Im Schongang zur WM – Spanier wieder selbstbewusst

Im Schongang zur WM – Spanier wieder selbstbewusst
Im Schongang zur WM - Spanier wieder selbstbewusst
Der Spanier Vicente Rodriguez (M) tanzt Ivan Hodur (l) und Roman Kratochvil aus.

Bratislava/Madrid (dpa) – Eigentlich hatten die Spanier es als eine Blamage empfunden, dass sie sich über den Umweg der Relegation für die Weltmeisterschaft qualifizieren mussten. Aber die Schmach ist getilgt, die Spanier zählen sich wieder zu den Großen in der Welt des Fußballs.

Zuvor nahmen die Fußballer von Trainer Luis Aragonés die Hürde in der Slowakei nach dem 5:1-Hinspielsieg mit einem 1:1 im Schongang. «Nun wollen wir bei der WM auch den Titel holen», verkündete Kapitän Raúl.

Die Madrider Sportpresse stieß in dasselbe Horn. «Die Relegation ist vergessen. Die WM gehört uns», jubelte «Marca». Das Konkurrenzblatt «As» titelte in deutschspanischem Mischmasch: «Deutschland, wir kommen – España über alles und olé.» In Bratislava hatten die Spanier einen Hexenkessel und einen verzweifelten Angriffswirbel der Slowaken erwartet. Aber die Ränge waren nur zur Hälfte gefüllt, und statt des Wirbelsturms gab es nur Sprühregen.

Die Slowaken hatten selbst nicht mehr an ein Wunder geglaubt. Sie waren nach dem 1:5 im Hinspiel darauf bedacht, eine neue Blamage zu verhindern. «Gegen einen Fußball-Giganten wie Spanien ist das Ausscheiden keine Schande», meinte Torwart Kamil Contofalsky. Die Spanier konnten den Ball in endlosen Stafetten hin- und herschieben. Schiedsrichter Markus Merk hatte überraschend wenig Mühe und bekam vom spanischen Fernsehkommentator «eine glatte Note eins».

Filip Holosko (50. Minute) nutzte eine der wenigen Torchancen zum 1:0 für die Slowaken. David Villa (70.) vollendete einen Konter zum Ausgleich. Spanien qualifizierte sich zum achten Mal in Folge für die WM; zugleich blieb das Team, seit Trainer Aragonés vor gut einem Jahr sein Amt angetreten hatte, in 18 Spielen ungeschlagen.

Bei der Auslosung der WM-Gruppen am 9. Dezember in Leipzig müssten die Spanier nach den bisher angewandten Kriterien wieder zu den Gesetzten gehören. In der Vergangenheit waren sie fast immer zu den Favoriten gezählt worden, schieden in der Regel aber spätestens im Viertelfinale aus. Spanien wird auch 2006 mit einem starken Team zur WM fahren. «Was uns fehlt, sind ein paar wirkliche Cracks», weiß der Kolumnist Alfredo Relaño. «Das war schon immer so.»

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