Uli Hoeneß feiert Dienstjubiläum

Uli Hoeneß feiert Dienstjubiläum
Uli Hoeneß feiert Dienstjubiläum
Der Manager des FC Bayern München, Uli Hoeneß,im Februar 2003 im Olympia-Stadion.

München (dpa) – Für seine Gegner ist er das Feindbild Nummer 1, für Franz Beckenbauer aber einfach «der Beste» – er selbst sieht sich unbescheiden als «Glücksfall für den FC Bayern»: Vor 25 Jahren trat Uli Hoeneß den Posten als Manager des FC Bayern München an.

In einem Vierteljahrhundert prägte der Metzgersohn aus Ulm den deutschen Fußball-Rekordmeister und sorgte mit seiner impulsiven Art und klaren Worten immer wieder für Zündstoff in der Bundesliga. Zu seinem Dienstjubiläum am 31. Spieltag der Bundesliga will der 52-Jährige auf alle Feiern verzichten. Statt einer Party steht für Hoeneß stattdessen mit dem Spiel beim 1. FC Köln nur der Bundesliga-Endspurt im Mittelpunkt.

Als kleiner Junge hatte Hoeneß einst Landwirt werden wollen. Nach dem verletzungsbedingten Ende seiner Karriere als Fußball-Profi kam für den früheren Stürmer jedoch nur der Managerposten beim FC Bayern in Frage. Im vergleichsweise jungen Alter von 27 Jahren startete er seine zweite Karriere. Und seine Bilanz ist durchaus beeindruckend: 13 deutsche Meistertitel, sechs Pokalsiege, der Gewinn von UEFA-Pokal (1996) sowie als Krönung Champions League und Weltpokal (2001) stehen in seiner Ära zu Buche. Ausgerechnet zum silbernen Amtsjubiläum könnte der FC Bayern nun allerdings ohne Titel bleiben.

In Hoeneß‘ Amtszeit entwickelte sich der FC Bayern zum Branchen- Krösus und zur Weltmarke. 1999 wurde Hoeneß zum «Unternehmer des Jahres» gewählt. Viele sehen nicht nur deshalb in ihm den Vordenker des deutschen Fußballs. «Ich bin total stolz auf das, war in 25 Jahren hier geschaffen wurde», sagte er im Interview der Münchner «Abendzeitung». Und: «So selbstbewusst bin ich, dass ich sage: Es ist ziemlich unikatisch, was ich hier die letzen 25 Jahre abgeliefert habe.»

Neben den glanzvollen Sternstunden mit dem FC Bayern hatte Hoeneß auch viele schwierige Momente zu überstehen. 1982 überlebte der Wurstfabrikant einen Flugzeugabsturz. Im Fußball-Geschäft führte er ein stets turbulentes Leben. Mit seinem einstigen Dauerrivalen, dem früheren Manager-Kollegen von Werder Bremen, Willi Lemke, hat er sich bis heute nicht versöhnt. Auch der Wirbel um die von ihm im Herbst 2000 mit aufgedeckte Kokain-Affäre von Christoph Daum hat bei Hoeneß langfristig Spuren hinterlassen.

Noch präsentiert sich der Weltmeister von 1974 erfolgshungrig und führt als Erfinder der «Abteilung Attacke» auch wie gewohnt das Wort in der Verbaloffensive im Meisterschaftsendspurt gegen Tabellenführer Werder Bremen. Doch schon seit geraumer Zeit macht sich Hoeneß Gedanken über die Zukunft. Bis Ende 2006 läuft sein Manager-Vertrag. Oliver Kahn ist als Nachfolger im Gespräch. Eine endgültige Entscheidung ist aber wohl noch nicht gefallen.

In jedem Fall will Hoeneß dem FC Bayern erhalten bleiben, und auch Beckenbauer kann sich einen Abschied seines langjährigen Weggenossen als Spieler und Vereins-Funktionär nicht vorstellen. Auch als seinen eigenen Nachfolger auf dem Thron des Bayern-Präsidenten kann sich der «Kaiser» Hoeneß vorstellen. Nur eines ist für Beckenbauer sicher: «Egal was er macht. Der Platz vom Uli ist neben dem Trainer auf der Bank. Er muss immer ganz dicht dran sein.»

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