Eintracht Braunschweig kommt gegen Viktoria Köln stark aus der Corona-Pause

Eintracht Braunschweig kommt gegen Viktoria Köln stark aus der Corona-Pause
Eintracht Braunschweig Wappen

(von unserem Autor Juro)

Eintracht Braunschweig nutzte die Corona-Spielpause in der 3. Liga optimal, um im Training bei 11 gegen 11-Mannschaftsspielen und Taktik-Schulungen schon im Kleingruppentraining mehr an Geschlossenheit und Spielwitz zu feilen. Im heimischen Eintracht-Stadion zeigte das Team im ersten Heimspiel ohne Zuschauer beim Liga-Re-Start trotz kurzfristigem frühen Rückstand Nervenstärke, Willen und Fußballkunst und holte beim letztendlich ungefährdetem 4:2-Erfolg gegen die Rheinländer 3 wichtige Punkte. So verkürzte die Löwen- Mannschaft den Abstand nach ganz oben deutlich und ist weiterhin in der Lage, um den Aufstieg in die 2. Bundeliga mitzuspielen.

Eintracht Braunschweigs Trainer Antwerpen hatte nach den Eindrücken im aktuellen Training und im Hinblick auf das kräftefordernde Restprogramm in „englischen Wochen“ sein Team überraschend verändert. Er setzte in der Rechtsverteidigung nicht auf Becker (der überhaupt nicht im Kader war), sondern auf den jungen Leihspieler Goden. Die gewohnte Innenverteidigung wies nur noch den angestammten Defensiv-Spezialisten Burmeister auf. Neuer Abwehrchef war Kessel, der von der Außenposition vor seiner Verletzungspause nach innen gezogen wurde. Kapitän Nehrig kehrte ins defensive Mittelfeld zurück und stand dort neben Kammerbauer, der sich in den letzten Spielen zur Stammkraft entwickelt hatte. Biankadi rückte von Linksaußen nach Rechtsaußen, wo Bär diesmal auf der Bank blieb. Links auf der Außenbahn überraschte Trainer Antwerpen mit Nachwuchsmann Bürger. Hinter der der einzigen Stammspitze Pourié agierte Kobylanski, der im Team Konstanz beweisen sollte.  Viktorias Coach Dotchev löste als neuer Rekordtrainer an Spielen (238 Partien) in Liga 3 an diesem Spieltag seinen Vorgänger Vollmann ab (237 mal als Coac an der Seitenlinie) , der ihm im Stadion nun als Sportdirektor von Eintracht Braunschweig beglückwünschte. Im Abstiegskampf schickte Dotchev in seiner Anfangself das gewohnte Team auf den Rasen. Für Dej, der nicht einmal im Kader stand, begann diesmal Dietz.

Von Beginn an entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, der sehr schnell mit einem ersten Torerfolg gewürzt wurde. Zuerst kam der rechte Außenbahnspieler der Löwen, Biankadi, bereits in der 2. Spielminute zum ersten Torschuss. Viktorias Keeper Weis konnte das Leder aber ohne Probleme halten. Schon in der 3. Minute lag der Ball aber im Braunschweiger Netz, als sich die neuformierte rechte Braunschweiger Seite defensiv zu unkonzentriert und passiv und der neue Abwehrchef Kessel der Eintracht in der Anfangseuphorie zu offensiv zeigten. Denn dies nutzte der Kölner Carls nach einem Ballgewinn links gekonnt aus, spielte sich nach ganz vorn durch und bediente in der Mitte des BTSV-Strafraums den völlig frei stehenden Viktoria-Kapitän Wunderlich. Der konnte sich eine freie Ecke im Tor der Löwen aussuchen und ließ bei seinem Torschuss zum 0.1 Keeper Fejzic keine Abwehrchance.

Agierte Braunschweig vor der Corona-Zwangspause nach den vielen frühen Rückständen in den vergangenen Spielen oft recht geschockt, zeigten sich die Löwen aber diesmal unbeeindruckt und drückten weiter die Kölner in die eigene Hälfte. Kobylanski prüfte Kölns Keeper mit einem strammen Schuß vom Strafraum-Kreis (7. Minute). Danach kam der intensiv pressende Offensiv-Leader Pourié in der 8. Minute bereits zur weiteren Ausgleichschance nach Godens Rechtsflanke, aber er verzog seinen Schuss auf Viktorias Schlussmann Weis leicht. In der gleichen Minute machte es Start-Debütant Bürger aber im blau-gelben Dress besser. Einen Ball von rechts (den Biankadi hereinspielte) drückte er (nachdem Pourié ihn verpasste) den Ball zum verdienten 1:1 über die Linie. Kein Kölner hatte es für nötig empfunden, ihn zu decken.

Braunschweig machte weiter Druck und schien dann in der 27. Minute bereits den zweiten Treffer folgen zu lassen. Nach einer kurzen Ecke von links spielte dabei Kobylanski klug in den Kölner Strafraum. Sechser Kammerbauer hatte den Ball schön angenommen und an Keeper Weis vorbei ins Viktoria-Tor bugsiert. Doch der Treffer wurde wegen einer Abseitsposition vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Die Löwen ließen sich in ihrem Offensivdrang aber nicht beirren und zeigten weiter schöne Kombinationen bis in Viktorias Strafraum hinein. In der 32. Minute prüfte der immer stärker werdende Kobylanski erneut Viktorias Keeper Weis, nachdem er schön von Nehrig in Szene gesetzt wurde. Köln brachte nicht viel nach vorn zustande, einzig Torjäger Bunjaku setzte in der 34. Spielminute einen Schuss aus der zweiten Reihe über das Tor der Gastgeber. In der 40. Spielminute spielte sich danach Kijewski über links stark in Doppelpass mit Bürger durch, erreichte den Strafraum und passte nach innen auf seinen mit Kölner Begleitschutz wartenden Stürmer Pourié, der aber das Leder eindrucksvoll durch seine Beine passieren ließ! Mit voller Absicht, damit die direkt hinter ihm herankommende „hängende Spitze“ Kobylanski mit strammen Schuss (und bereits seinem zehnten Treffer für die Löwen) die 2:1-Führung erzielen konnte. Vor der Halbzeit passierte dann nicht mehr viel. In der 45. Minute fing Fejzic einen Freistoß der Kölner ohne Mühe ab.

Nach der Halbzeitpause spielten beide Teams recht abwartend. Braunschweig kam nicht mehr gefährlich vor das Kölner Team, während die Viktoria auf Konter lauerte. In der 52. Minute gab es wieder  die ersten Aufreger, als für die Eintracht Bürger einen Kopfball nach Flanke von Biankadi auf Torwart Weis brachte (52.). In der gleichen Minute wurde eine Flanke von Viktorias Handle zum Torschuss, den Fejzic aber ohne Mühe parieren konnte. In der 54. Spielminute wäre Braunschweigs Spitze Pourié der Kölner Innenverteidigung fast enteilt, aber ihm wurde das Leder noch im letzten Moment von Fuß gespitzelt. Löwen-Innenverteidiger Burmeister hatte in der 56. Minute einen offensiven Auftritt, als er einen vom Standard-Spezialisten Kobylanski getretenen Freistoß an Viktorias Tor vorbeiköpfte. Den nächsten Kopfball von Bürger entschärfte dann zwei Minuten später Kölns Schlussmann Weis. Fast aus dem Nichts – weil besonders Köln ratlos schien – fiel dann der 2:2-Ausgleichstreffer in der 62. Spielminute durch die Viktoria. Der Kölner Mittelfeldmotor Saghiri versuchte es dabei einfach einmal mit einem Hammer-Schuss aus gut 35 Metern auf das Braunschweiger Tor – und war damit erfolgreich. Löwen-Keeper Fejzic war dabei die Sicht verdeckt, so dass er den heranfliegenden Ball – der zudem leicht abgefälscht wurde – nicht richtig kommen sah.

Da auf der linken Seite das bisher sehr gut aufspielende  Braunschweiger Nachwuchstalent Bürger leicht entkräftet schien, wechselte Coach Antwerpen mit Bär sofort nach dem Kölner Ausgleich den Joker des Spiels ein, der von Anfang an richtig „Betrieb machte“. Der stand dann sofort im Strafraumzentrum goldrichtig, als ihm Kobylanski von rechts am Strafraum kurz vor der Aus-Linie eine Maßvorlage zurücklegte. Mit Drehung schoss Bär das Leder am machtlosen Weis vorbei in die linke Torecke des Viktoria-Tores zur 3:2-Führung.

Viktoria hatte, nachdem das Spiel danach etwas Leerlauf zeigte, dann in der 77. Minute eine Ausgleichschance durch den frei vor BTSV-Keeper Fejzic auftauchenden Wunderlich, dessen Schuss aber Fejzic meisterte. Auf der anderen Seite zeigte der auffällige Braunschweiger Kobylanski einen Hackentrick als Torschuss, den aber Keeper Weis parierte.

Wenig später – in der 79. Spielminute – bediente den agilen Löwen-Einwechselspieler Bär diesmal Biankadi mit einem starken Zuspiel. Mit der Brust nahm Bär den Ball sehenswert an und wuchtete das leder gar zum 4:2 in die Maschen. Wieder hatte Kölns Keeper Weis gegen den Joker keinerlei Abwehr-Möglichkeit!

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Bis zum Ende des Spiels gelang es der Viktoria nicht mehr, den Anschluss zu finden. Nur in der 83. Minute ergab sich noch eine letzte Gelegenheit, als Kreyer im Braunschweiger Strafraum mit schönem Pass von außen eingesetzt wurde, das Leder aber über den Kasten von Fejzic zog.

Nach diesem Spieltag hat die Eintracht durch diesen Sieg nur noch drei Punkte Abstand zu den in der Tabelle führenden Teams aus Duisburg und Haching und könnte, einen eigenen Auswärtssieg in der „englischen Woche“ beim zur Zeit schwächelnden Team aus Halle vorausgesetzt, weiter an die Tabellenspitze heranrücken. Köln ist in der Pflicht, nun daheim mit einem Erfolg gegen Verfolger Zwickau die „Abstiegsgespenster“ weiter zu vertreiben.

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Fejzic  – Goden, Kessel, Burmeister, Kijewski – Nehrig (81. Otto), Kammerbauer – Biankadi (81. Feigenspan),   Kobylanski (73. Pfitzner), Bürger (62. Bär) – Pourié (89. Proschwitz)

Aufstellung Viktoria Köln:

Weis- Gottschling (65. Koronkiewicz),Lanius, Hajrovic (75. Starke), Carls – Saghiri (80. Kreyer), Dietz (71. Klefisch), Lewerenz (80. Holthaus) –  Wunderlich – Handke (65. Holzweiler) – Bunjaku