Seifert wehrt sich gegen Kritik an Ligapokal

Seifert wehrt sich gegen Kritik an Ligapokal
Seifert wehrt sich gegen Kritik an Ligapokal
Christian Seifert ist der Vorsitzende der Geschäftsführung der DFL.

Berlin (dpa) – DFL-Chef Christian Seifert hat sich erneut gegen Kritik am Ligapokal gewehrt und bei weiteren verbalen Störmanövern sogar eine Abschaffung des Wettbewerbs nicht ausgeschlossen.

«Ich glaube, dass der Ligapokal Potenzial hat. Die DFL hat aber, ehrlich gesagt, keine Lust, jedes Jahr einen Wettbewerb zu verteidigen, der letztlich ein ligaeigener Wettbewerb ist. Wenn man in der Liga in der Breite das Gefühl hat, dass das nichts bringt, dann lassen wir’s halt», sagte Seifert in einem Interview der «Frankfurter Rundschau». Dies hielte er aber «für eine verschenkte Chance», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Besonders aus Reihen des FC Bayern München war durch dessen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Kritik am Wettbewerb in der Vorwoche des Bundesliga-Starts laut geworden. Nur halb gefüllte Stadien in Düsseldorf und München hatten für zusätzliche öffentliche Diskussionen über das Format des Miniturniers der besten sechs Bundesliga-Vereine des vergangenen Saison gesorgt. Rummenigge hatte eine Verlegung des Ligapokals nach Asien vorgeschlagen, um seinen Verein und die gesamte Bundesliga dort besser vermarkten zu können.

Auch eine Aufstockung auf 16 Vereine und eine Ausrichtung des Wettbewerbs parallel zur Bundesliga (englisches Modell) wurde angedacht. Auch bei der DFL gibt es Überlegungen zu einer Reform des Ligapokals, die allerdings wegen des Vertrags mit Namenssponsor «Premiere» erst 2008 umgesetzt werden könnten. Im kommenden Jahr nimmt erstmals der Zweitligameister am Ligapokal teil.

Von den Bundesliga-Clubs forderte Seifert aus Vermarktungs-Gründen ein erfolgreicheres Abschneiden im Europapokal ein. «Wir dürfen uns nicht schlechter machen, als wir sind. Aber es muss jetzt auch international endlich mal wieder die Leistung folgen», sagte er. «Machen wir uns nichts vor: Wenn unsere Clubs auf Dauer in der ersten Runde gegen norwegische Vertreter ausscheiden, werden im Bundesliga- Durchschnitt bald keine 39 000 Zuschauer mehr pro Spiel ins Stadion kommen.»

In der Auslandsvermarktung sieht Seifert die Bundesliga auf Dauer abgeschlagen hinter der englischen Premier League. Der Rückstand auf die Ligen in Spanien und Italien könnte aber aufgeholt werden. «Es muss darum gehen, diese Lücke zu schließen. Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen: Solange die Kirch-Millionen da waren, war bei den Bundesliga-Vereinen der Zug ins Ausland nicht groß ausgeprägt. Jetzt haben alle erkannt, dass wir etwas tun müssen», sagte Seifert.

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