Rapolder sorgt in Bielefeld für Diskussionen

Rapolder sorgt in Bielefeld für Diskussionen
Rapolder sorgt in Bielefeld für Diskussionen
Bielefelds Trainer Uwe Rapolder bedankt sich bei den Fans.

Dortmund (dpa) – Ausgerechnet vor dem wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte herrscht bei Arminia Bielefeld helle Aufregung. Auch das beachtliche 1:1 bei Borussia Dortmund konnte nichts daran ändern, dass weiter intensiv über Uwe Rapolder diskutiert wurde.

Weil der Bielefelder Trainer im Vorfeld des Pokal-Halbfinales gegen Bayern München in einem Zeitungsgespräch vage über das Thema Vereinswechsel geredet hatte, war Präsident Hans-Hermann Schwick im Westfalenstadion schlecht auf ihn zu sprechen: «Ich hätte mir gewünscht, das dieses Interview erst nach der Partie gegen die Bayern erschienen wäre.»

Den Vorwurf, zur Unzeit für schlechte Stimmung gesorgt zu haben, wollte Rapolder nicht auf sich sitzen lassen. Vehement trat er nach dem Schlusspfiff des Spiels mit Toren von Florian Kringe (16.) und Isaac Boakye (86.) Spekulationen über einen bevorstehenden Abschied aus Bielefeld entgegen. Entsprechende Interview-Passagen seien falsch verstanden oder falsch wiedergegeben worden. Mit einem Verweis auf seinen bis 2007 datierten Vertrag leistete er indirekt einen Treueschwur für die Arminia: «Es ist ein Bild entstanden, dass ich anderen Vereinen nachlaufe. Das tue ich nicht.»

Vor allem die Reaktionen aus Köln machten Rapolder zu schaffen. Nach dem viel beachteten Interview war der Fußball-Lehrer stärker als zuvor mit dem Zweitligisten aus der Domstadt in Verbindung gebracht worden und hatte sich deshalb einen öffentlichen Rüffel des amtierenden FC-Trainers Huub Stevens eingehandelt. Rapolder fühlt sich auch in dieser Angelegenheit falsch verstanden: «Das ist nicht mein Stil, dass ich hinter dem Rücken von Kollegen mit anderen Clubs verhandele. Warum sollte ich die Arbeit von Huub Stevens kritisieren? Er ist mit dem FC immerhin Tabellenführer.»

Die Aufregung um Rapolder kommt nicht aus heiterem Himmel. Seit Wochen schwelt in Bielefeld eine interne Auseinandersetzung um die Personalpolitik. Zum Leidwesen von Rapolder kehren Patrick Owomoyela (Bremen), Ervin Skela (Kaiserslautern) und Benjamin Lense (Nürnberg) dem Aufsteiger zum Saisonende den Rücken. Zudem ist die Zukunft des von vielen Clubs umworbenen Torjägers Delron Buckley ungewiss.

Deshalb sieht der Coach seine Aufbauarbeit gefährdet, machte die Clubführung für den Abschied seiner Leistungsträger mitverantwortlich und forderte adäquaten Ersatz. Für solche Töne ist Clubchef Schwick jedoch nicht besonders empfänglich: «So waren die Verhältnisse in Bielefeld vor drei Jahren und so werden sie in drei Jahren noch sein. Herr Rapolder kann gerne einen Blick in unsere Bücher werfen.»

Ähnlich sparsam wie die Bielefelder müssen in Zukunft die Dortmunder haushalten. Zumal die Aussichten auf höchst willkommene Zusatzeinnahmen mit dem 1:1 kleiner geworden sind. Nach drei erstaunlichen Siegen gegen die UEFA-Cup-Mitbewerber aus Hamburg, Berlin und Leverkusen wurde das Team von Trainer Bert van Marwijk erneut Opfer seiner Heimschwäche. Wer in 14 Partien vor eigenem Publikum lediglich 20 Punkte verbucht, geht beim Kampf um die internationalen Fleischtöpfe normalerweise leer aus. Dennoch gibt sich Manndecker Christian Wörns noch nicht geschlagen: «Wir haben heute eine große Chance vertan, werden aber bis zum letzten Spieltag um unsere kleine Chance kämpfen.»

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