Meistermacher Daum denkt über Zukunft nach

Meistermacher Daum denkt über Zukunft nach
Meistermacher Daum denkt über Zukunft nach
Christoph Daum gestikuliert im Februar bei einer Pressekonferenz in München.

Istanbul (dpa) – Christoph Daum träumt von einem Job als Nationaltrainer – allerdings nicht beim Deutschen Fußball-Bund (DFB): «Daran verschwende ich keinen Gedanken».

Der 50-Jährige stellte in einem Interview mit dem «Kicker» klar: «Es gibt mehrere Anfragen Richtung Weltmeisterschaft. Es ist durchaus möglich, dass ich 2006 in Deutschland als Nationaltrainer dabei bin», betonte der deutsche Erfolgscoach. Seine nahe Zukunft plant er allerdings bei Fenerbahce Istanbul, das er gerade zur türkischen Meisterschaft geführt hat. Dort hat Daum noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2005.

Nachdem er mit mehreren Clubs, darunter einigen Bundesligisten, in Verbindung gebracht worden war, will Daum nun zunächst die Chancen einer vorzeitigen Verlängerung am Bosporus ausloten. «In der kommenden Woche werde ich mit den Verantwortlichen über die Zukunft sprechen. Wir werden sehen, inwieweit meine Vorstellungen und die des Vereins übereinstimmen.» Daum fordert für die bevorstehende Champions-League-Herausforderung Verstärkungen und bestätigte, dass Yildiray Bastürk (Bayer Leverkusen) «ganz oben» und auch Giovane Elber (Olympique Lyon) auf seiner Wunschliste stehen.

Sollte Daum sich mit Istanbuls Clubführung nicht einig werden, hätte er nach eigener Aussage die freie Auswahl. «Richtig ist, dass bei meinem Anwalt Dr. Stankewitz etliche Anfragen eingegangen sind», bestätigte er. «Nach wie vor ein Ziel» sei ein Trainer-Job in der italienischen Serie A, selbst ein Engagement beim FC Bayern München könne er sich «sofort» vorstellen, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Dass ihn die so genannte Kokain-Affäre den Job als Bundestrainer gekostet hat, betrachtet er mit dem Abstand von dreieinhalb Jahren nüchtern. «Ich habe Fehler gemacht und trage die Konsequenzen. Wichtig war mir vor allem, wieder Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu erarbeiten. Meine sportliche Reputation stand nie in Frage», glaubt Daum. Dass er nach dem VfB Stuttgart (1992), Besiktas Istanbul (1995) und Austria Wien (2003) mit Fenerbahce nun die vierte europäische Mannschaft zu Meisterehren geführt hat, bezeichnet er als «Wunder». Der Titel habe für ihn «einen enormen Stellenwert. Er ist Bestätigung einer sehr guten Team-Arbeit. Der Club war in der vergangenen Saison Sechster. Nur noch drei Spieler sind aus der Vorjahres-Mannschaft dabei. Wir haben ein fast komplett neues, junges Team aufgebaut. Noch vor einem halben Jahr hätte keiner mit diesem Triumph gerechnet.»

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