Klasnic-Klage: Gutachten eingegangen

Klasnic-Klage: Gutachten eingegangen
Klasnic-Klage: Gutachten eingegangen
Ivan Klasnic begibt sich im April zum Landgericht Bremen.

Bremen (dpa) – Im Rechtsstreit zwischen Ivan Klasnic und den Ärzten seines früheren Arbeitgebers Werder Bremen soll ein unabhängiges Gerichtsgutachten eine Falschbehandlung des Fußball- Profis bestätigen.

Das neun Seiten umfassende Schriftstück des vom Amtsgericht Bremen bestellten Sachverständigen Professor Hermann Pavenstädt stütze nach Angaben von Klasnics Anwalt die Vorwürfe des mit der Spender-Niere seines Vaters lebenden kroatischen Nationalspielers.

«Danach wurde mein Mandant unzureichend untersucht und falsch behandelt. Und dies seit Anbeginn der Behandlung im Jahre 2001. Bei richtiger Diagnostik und Behandlung wären die Nieren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erhalten gewesen», sagte der Hamburger Rechtsanwalt Matthias Teichner der Deutschen Presse-Agentur dpa und bestätigte damit einen Bericht von «WELT online».

Klasnic verlangt Schmerzensgeld und Ersatz für entgangenen Gewinn. Es geht um einen Streitwert von rund 1,1 Millionen Euro. «Ich bin für meinen Teil jetzt noch zuversichtlicher, dass die Beklagten am Ende des Gerichtsverfahrens antragsgemäß zur Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz verurteilt werden», erklärte Teichner. Alle Beteiligten haben das Recht, zum Gutachten innerhalb von fünf Wochen Stellung zu nehmen.

Der Profi, der inzwischen für den englischen Erstligisten Bolton Wanderers spielt, klagt gegen zwei Mediziner und zwei Reha-Einrichtungen des Bremer Bundesliga-Clubs. Seit seiner Einstellung bei Werder im Mai 2001 sollen seine Blutwerte, die mehrmals im Jahr begutachtet wurden, nicht ordnungsgemäß kontrolliert worden sein, so der Vorwurf des Angreifers. Folge waren zwei Nierentransplantationen im Jahr 2007. Die Werder-Ärzte bestreiten hingegen den Vorwurf.

Im April hatte Klasnic in einer ersten Verhandlung einen Vergleichsvorschlag des Landgerichts Bremen von mehr als 350 000 Euro abgelehnt. «Weil es mir nicht um das Geld geht.» Er klage weiter, «um wirklich zu hören, dass die Ärzte mich falsch behandelt haben», hatte der 29-Jährige erklärt.

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