Kießling will «in Etappen» zur EM 2008

Kießling will «in Etappen» zur EM 2008
Kießling will «in Etappen» zur EM 2008
Stefan Kießling stellt sich mit dem Bayer-Maskottchen den Fotografen.

Leverkusen (dpa) – Ein paar Tage muss Fußballprofi Stefan Kießling zwar mit dem Training aussetzen, die anstehenden Aufgaben hat er aber schon fest im Blick.

«Ich weiß, dass die Erwartungen hoch sind und möchte mich direkt für einen Stammplatz empfehlen», sagt der 22 Jahre alte Bundesligastürmer, der trotz einer leichten Fußverletzung mit seinem neuen Verein Bayer Leverkusen zur Saison- Vorbereitung in ein Trainingslager nach Grenchen/Schweiz reist. Spätestens am Wochenende soll er wieder voll belastbar sein.

Mit zehn Saisontoren für den 1. FC Nürnberg empfahl sich Kießling für einen Vierjahresvertrag beim UEFA-Cup-Teilnehmer und spielte sich schon vor der Weltmeisterschaft in das erweiterte Blickfeld des Nationalteams. Dass er nach einer Mandeloperation im Frühjahr den Anschluss verpasste und nicht in den WM-Kader berufen wurde, stattdessen aber Ende Mai die U-21-Europameisterschaft in Portugal bestritt, habe er nicht als Rückschlag empfunden. «Nach einer langen Saison wäre es zu viel gewesen. Das wusste der Coach bestimmt», sagt Kießling, der nach eigenen Angaben nie Kontakt zu Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte.

Jetzt will sich Kießling für höhere Aufgaben empfehlen. Fernziel ist die Teilnahme an der Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich. Unter Druck setzen will er sich aber nicht. «Ich plane meine Karriere in Etappen. Zunächst will ich mich in Leverkusen durchsetzen, alles andere kommt anschließend», sagt Kießling, der als aussichtsreicher Kandidat für die Nationalmannschaft gilt. Dass sein neuer Verein international vertreten ist, kann nur ein Vorteil sein: «Auf die Spiele im UEFA-Cup freue ich mich, da kann ich viele Erfahrungen sammeln.»

Annehmen will er auch die Tipps seines neuen Sturmpartners Sergej Barbarez, der vom Hamburger SV nach Leverkusen kam. «Er hat schon eine Menge erreicht, von Barbarez kann ich einiges lernen», sagt Kießling über den 34 Jahre alten Bosnier, der bereits ankündigte, «meine Erfahrungen gern an die jungen Spieler weiter zu geben.» Auf eine Position im Sturm ist Kießling nicht generell festgelegt: «In Nürnberg kam ich auch hinter den Spitzen zum Einsatz. Das ging auch.»

Rund 5,5 Millionen Euro Ablösesumme zahlte Leverkusen für Kießling an die Franken, belasten soll ihn das nicht. «Meine Unbekümmertheit macht mich stark», meint er, dem von Freunden in der Sommerpause allerdings mehrfach die Frage gestellt wurde, «was denn geschieht, wenn ich in den ersten fünf Spielen nicht treffe. Daran denke ich aber nicht», sagt er – und versucht, diesen Druck mit einer lockeren Handbewegung zur Seite zu wischen.

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