Frings und Kuranyi auf dem Sprung 

Frings und Kuranyi auf dem Sprung 
Frings und Kuranyi auf dem Sprung 
Torsten Frings dehnt sich beim Training der Nationalmannschaft in Düsseldorf.

Düsseldorf (dpa) – Auch am Medientag der deutschen Fußball-Nationalmannschaft schwiegen Kevin Kuranyi und Torsten Frings zu ihren Zukunftsplänen.

Doch die Art und Weise, wie kritisch sich beide Profis zu ihren derzeitigen Arbeitgeber äußerten, sprach Bände. Kuranyi ist wohl unmittelbar vor dem Sprung von Stuttgart nach Schalke – und auch bei Frings stehen die Zeichen auf Abschied vom FC Bayern und auf Rückkehr zu Werder Bremen.

Mit den Verantwortlichen des VfB Stuttgart herrsche seit Tagen Funkstille, über die Turbulenzen bei den Schwaben wie der Trennung von Trainer Matthias Sammer habe er über Dritte erfahren, beklagte Kuranyi. «Zur Vereinsführung habe ich keinen Kontakt, keiner hat mich angerufen.»

Ohnehin scheint der Wechsel zum Liga-Konkurrenten Schalke schon beschlossene Sache, auch wenn die festgeschriebene Ablösesumme nach dpa-Informationen rund zwei Millionen über jenen 4,5 Millionen liegen soll, die bislang publiziert worden waren. Zwar betont Kuranyi, er habe «auch Angebote aus dem Ausland bekommen», doch dererlei Veränderungen dürften frühestens nach der WM interessant sein.

Jetzt, so der Stürmer, gelte es gerade im Hinblick auf die WM, den richtigen Schritt zu machen. «Ich hoffe, die richtige Entscheidung zu treffen und bete dafür», sagte Kuranyi. Er will seinen Entschluss auf jeden Fall noch vor dem Confederations-Cup-Auftakt am 15. Juni in Frankfurt gegen Australien fällen

«Der Konkurrenzkampf bei Bayern ist nicht das Problem, aber bei Bayern muss man jeden Tag präsent sein für Zeitungen und Fernsehen», zeichnete der 28-jährige Frings seinen inneren Konflikt. Darauf habe er «null Bock», so Frings klar und kompromisslos: «Ich bin ein ruhiger Typ, brauche den ganzen Trubel nicht. Und ich werde mich auf jeden Fall nicht ändern. Wenn das nicht akzeptiert wird, dann ist das nicht mein Problem.»

Zusätzlich getroffen hat Frings auch die Kritik von Uli Hoeneß. Der Manager hatte dem Mittelfeldspieler öffentlich vorgeworfen, er ziehe sich zu sehr zurück, suche die Schuld stets bei anderen und würde sich nicht so in seine Arbeit reinhängen, wie man sich das gewünscht habe. «Wenn er das meint, gut. Ich sage dazu nichts, werde aber mit ihm sicher mal drüber sprechen.»

In Bremen würde Frings wieder die von ihm gewünschten idyllischen Bedingungen vorfinden, weit weg von Schlagzeilen wie in München. Auch die Bayern-Verantwortlichen haben bereits signalisiert, dass sie gegen einen Weggang nichts einzuwenden hätten, vorausgesetzt, Mittelfeld-Konkurrent Ze Roberto bleibt an der Isar. Aus finanzieller Sicht aber könnte der Frings-Wechsel zum Problem werden. Denn mit einem geschätzten Jahressalär von drei Millionen Euro sprengt der 38-malige Nationalspieler das Gehaltsgefüge bei Werder.

Dort hatte Frings im WM-Sommer 2002 das Weite gesucht und bei Borussia Dortmund angeheuert. Im vergangenen Jahr wurde auch die Vorbereitung auf die EM in Portugal beeinträchtigt, weil Frings seinen Wechsel von Dortmund zu den Bayern («Ich will Titel gewinnen») forderte. Doch öffentlich provozieren will Frings diesmal den Tapetenwechsel nicht.

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