FC Bayern bläst zur Attacke

FC Bayern bläst zur Attacke
FC Bayern bläst zur Attacke
Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld feuert seine Mannschaft an.

Düsseldorf (dpa) – Der FC Bayern München hat seine Titelambitionen in der Fußball-Bundesliga noch nicht aufgegeben und bläst vier Runden vor Saisonschluss zur Attacke auf Spitzenreiter Werder Bremen.

«Ich habe lange genug zugeschaut, wie die wackeln. Jetzt muss man in diese Lücke stoßen», forderte Manager Uli Hoeneß in der «Abendzeitung». Die Rechnung des Rekordmeisters: Mit zwölf Punkten aus den restlichen Spielen die Hanseaten mächtig unter Druck setzen und darauf hoffen, dass der seit 21 Spielen unbesiegte SV Werder in München (8. Mai) und noch ein weiteres Mal patzt. «Wenn es bei den sechs Punkten bleibt, dann haben wir noch sehr gute Chancen», sagte Coach Ottmar Hitzfeld, der seinen Ausstieg bei Bayern zum Sommer 2005 bestätigte.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge betonte in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung», dass der Club auch damit leben könne, hinter Werder über die Ziellinie zu laufen. «Damit kann man noch zufrieden sein. Aber wir müssen Zweiter bleiben, weil wir die Einnahmen aus der Champions League brauchen.» Dennoch fordert Hitzfeld den Sturm auf die Tabellenspitze: «Wir müssen alles aus uns rausholen, um diese Sensation noch zu schaffen.»

Der Tabellenführer von der Weser hat mit sechs Punkten auf die Bayern einen respektablen Vorsprung, steht am Wochenende im 80. Nord- Derby gegen den Hamburger SV aber wohl vor der schwierigeren Aufgabe als die Münchner beim 1. FC Köln, dessen Abstieg am Samstag perfekt werden kann. «Die Bayern glauben, dass wir nervös werden, aber das trifft nicht zu», meinte Werder-Kapitän Frank Baumann, dessen Einsatz gegen den HSV noch fraglich ist. Manager Klaus Allofs sagte: «Wir lassen die Leistung sprechen.»

Weitaus enger und spannender ist der Kampf um den Verbleib in der Liga. Schließlich ist im Abstiegs-Lotto «2 aus 7» selbst der Tabellen-Elfte SC Freiburg (34 Punkte) bei vier Zählern Vorsprung auf Rang 16 noch nicht aus dem Schneider. Bestes Beispiel dafür ist die Situation im Vorjahr, als Arminia Bielefeld vier Runden vor Schluss mit fünf Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz am Ende doch den Weg in die Zweitklassigkeit antreten musste.

In den Duellen Freiburg – Hannover 96 (33) und Borussia Mönchengladbach (32) – 1. FC Kaiserslautern (31) stehen sich gleich vier unmittelbare Konkurrenten direkt gegenüber. «In diesen Spielen kommt es auf die Nerven und auch ein bisschen aufs Glück an», sagte Borussen-Coach Holger Fach, dessen Team in den beiden letzten Heimspielen nur einen Punkt einfahren konnte. Die Pfälzer, die noch drei Mal zu Hause antreten können, setzen zwar auf ihre Heimstärke, haben aber auch eine große Verletztenliste. «Wir brauchen noch sechs Punkte», sagte Clubchef Rene C. Jäggi.

Auch Eintracht Frankfurt (29/in Wolfsburg) und München 1860 (30/ gegen Bayer Leverkusen) benötigen dringend einen Erfolg, um den Anschluss an die rettenden Plätze zu schaffen. Dabei wird es für die «Löwen» mit dem neuen Trainer Gerald Vanenburg gegen die aufstrebende Bayer-Elf nicht leicht. «Wenn wir so weiterkämpfen und uns steigern, ist auch gegen Leverkusen was drin», meinte der Niederländer. Bayer- Coach Klaus Augenthaler bangt um den Einsatz seiner kompletten Abwehrreihe mit Lucio, Juan und Jens Nowotny.

In den beiden Sonntagspielen wollen beim Aufeinandertreffern des VfB Stuttgart und des VfL Bochum beide Teams ihre internationalen Ansprüche untermauern. Hertha BSC hofft im Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.

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