Erstes Mannschaftstraining bei Werder: Traum von Europa lebt

Erstes Mannschaftstraining bei Werder: Traum von Europa lebt
Bildhinweis: Freut sich über das erste Mannschaftstraining: Werder-Trainer Florian Kohfeldt. Foto: Carmen Jaspersen

Bremen (dpa) – Gegen die Träume von der Europapokal-Rückkehr wollte sich Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt gar nicht so recht wehren.

«Ich werde nicht von Europa reden», sagte Kohfeldt nach dem ersten Mannschaftstraining des Fußball-Bundesligisten und fügte bestens gelaunt hinzu: «Aber ich finde es schön, wenn die Fans das tun.»

Der erst 35 Jahre alte Kohfeldt hat die Fantasie der Werder-Anhänger entfacht. Vor allem mit dem Trainer-Talent verbinden die Bremer den auch spielerischen Aufschwung beim einstigen Bundesliga-Topteam. Viele hoffen auf eine Rückkehr in den Europapokal am Ende der im August startenden neuen Saison. Zuletzt waren die Hanseaten 2010 international in der Champions League vertreten.

Kohfeldt gilt neben Julian Nagelsmann von der TSG Hoffenheim als das größte Trainertalent in Deutschland. Redegewandt im Auftreten und taktisch sehr variabel erstaunte der Nachwuchsmann seit der Übernahme Werders im Herbst 2017 die Fachwelt und führte die Bremer aus der Dauerkrise und dem Tabellenkeller. Auch in der kommenden Saison will Kohfeldt «in den Systemen flexibel bleiben». Das bestätigte der Coach am Sonntag: «Es muss ein Mix sein aus Ballbesitz und Tempospiel.»

Keine Gedanken macht sich der Werder-Coach über einen möglichen Abgang von Ex-Nationalspieler Max Kruse, der zum Kapitän aufsteigen könnte. «Es ist ja kein Geheimnis, dass er einer der Kandidaten ist, ich schätze ihn sehr und mache mir keine Sorgen, dass er nächste Saison nicht mehr bei uns spielt», sagte Kohfeldt über den Angreifer. Der Trainer wünscht sich dennoch ein öffentliches Bekenntnis von Kruse zu Werder, sofern er den Stürmer zum Spielführer ernennt.

Bereits seit einer Woche läuft die Vorbereitung der Hanseaten, doch erst jetzt bat Kohfeldt sein Team mit den Neuzugängen Martin Harnik, Kevin Möhwald, Felix Beijmo und Jan-Niklas Beste zum ersten Mannschaftstraining. Vor rund 250 Zuschauern fehlten noch die WM-Fahrer Milos Veljkovic, Yuya Osako und Ludwig Augustinsson sowie Jiri Pavlenka und Florian Kainz. Auch der noch in der Reha befindliche Fin Bartels und der abwanderungswillige Luca Caldirola waren nicht dabei. Caldirola ist zur Vereinssuche in Italien.

Pavlenka und Kainz sind bereits zurück in Bremen, absolvierten jedoch zunächst die Leistungstests, die für die übrigen Spieler bereits vergangene Woche anstanden. Beide Spieler sollen zum Start des Trainingslagers im Zillertal von Donnerstag an einsteigen. Der bisherige Kölner Osako beginnt am 27. Juli mit dem Werder-Training. Augustinsson war mit Schweden erst am Samstag im WM-Viertelfinale an England gescheitert und ist zum zweiten Trainingslager vom 4. August an wieder dabei.