England vertreibt Frust mit 3:0 gegen die Schweiz

England vertreibt Frust mit 3:0 gegen die Schweiz
England vertreibt Frust mit 3:0 gegen die Schweiz
Der Engländer Wayne Rooney (r) köpft zum 1:0 ein.

Coimbra (dpa) – Trotz einer enttäuschenden Leistung gewann das unter Zugzwang geratene Team von der Insel ihr erstes Gruppen-Endspiel gegen die Schweiz mit 3:0 (1:0) und kann wieder auf ein Happy-End bei dieser Fußball- Europameisterschaft hoffen.

Teenager Wayne Rooney hat England wieder auf Viertelfinal-Kurs gebracht und den Frust aus dem Frankreich-Spiel vertrieben. Als jüngster Endrunden-Torschütze schrieb Rooney EM-Geschichte. Der 18 Jahre und 237 Tage alte Angreifer des FC Everton köpfte die Engländer vor 30 216 Zuschauern im Glutofen des ausverkauften Estadio Cidade von Coimbra mit seinem Treffer in der 23. Minute in Führung und legte in der 75. Minute mit seinem bereits achten Länderspiel-Tor im 13. Einsatz noch nach. Steven Gerrard (82.) besorgte den Rest.

Die Elf von Trainer Sven-Göran Eriksson benötigt nach dem mühsamen Erfolg bei Hitzetemperaturen von annähernd 40 Grad nun am Montag in Lissabon gegen Kroatien mindestens noch einen Punkt, um zum dritten Mal nach 1972 und 1996 in die Runde der letzten Acht vorzustoßen. Dagegen werden die Schweizer, die gegen Titelverteidiger Frankreich noch eine Ehrenrunde laufen dürfen, wie 1996 auch bei ihrer zweiten Endrunden-Teilnahme wohl erneut nach den Gruppenspielen die Koffer packen müssen. Nicht mehr mitwirken kann Bernt Haas, der in der 60. Minute mit Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt wurde.

Eriksson atmete hörbar auf: «Der Job ist getan», sagte der Schwede und dankte Retter Rooney. «Zwei schöne Tore, beide einfach fantastisch. Er hat hart dafür gearbeitet.» Eriksson lobte auch den Team-Spirit: «Ich war immer überzeugt, dass das Team eine sehr gute Reaktion zeigen wird. Vielleicht waren wir zu Beginn etwas nervös. Die drei Punkte waren das Allerwichtigste.» Rooney: «Es war ein großer Tag für uns.» Deprimiert reagierte der Schweizer Coach Jakob Kuhn: «Wir haben wieder eine zweite Halbzeit zu Zehnt spielen müssen. Das hat uns körperlich und mental stark zugesetzt.»

Mit dem im Auftaktspiel gegen Frankreich (1:2) angeschlagenen Paul Scholes und Rückkehrer John Terry für Ledley King in der Abwehr wollte Eriksson mit seiner Wunschformation zur Attacke blasen. Doch über weite Strecken blieb es beim Wunsch, denn die ordentlich organisierten Schweizer zeigten wenig Respekt und fanden besser ins Spiel. Die Alpenländer agierten mit zwei Angreifern recht mutig und trugen vor allem durch Standard-Situationen Gefahr vor das englische Tor. Aus dem Spiel heraus blieb das in Portugal torlose Team aber erneut viel zu harmlos.

Die ersten 20 Minuten wollte Trainer Kuhn ohne Gegentor überstehen – bis zu diesem Punkt ging die Strategie auf. Doch der erste wirklich gelungene Spielzug der mit bleiernen Beinen ausgestatteten Briten stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Ausgerechnet der umstrittene Superstar David Beckham, der mit seinem verschossenen Elfmeter gegen Frankreich zur tragischen Figur wurde und ins Visier seiner Kritiker rückte, gab mit einem genialen Flugball auf Michael Owen den Impuls. Zwei Abwehrspieler der zu sehr aufgerückten Schweizer standen im Strafraum plötzlich drei Engländern gegenüber – Owens Flanke köpfte Jungstar Rooney ohne Mühe zu seinem ersten EM-Tor ein. Dem ließ er eine Viertelstunde vor Schluss nach Vorlage von Darius Vassell im 13. Länderspiel bereits sein achtes Tor folgen. Sein Schuss prallte vom Pfosten und Torwart Stiel ins Netz.

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