Duisburgs Keeper Koch bestätigt Drohanrufe

Duisburgs Keeper Koch bestätigt Drohanrufe
Duisburgs Keeper Koch bestätigt Drohanrufe
Georg Koch (l) und Walter Hellmich (r) warten auf die Frage eines Journalisten.

Duisburg/Leipzig (dpa) – Torhüter Georg Koch vom Zweitligisten MSV Duisburg hat die versuchte Bestechung vor dem letzten Spieltag der vorigen Saison sowie zwei Drohanrufe bestätigt und soll nun vor dem Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aussagen.

Doch vor seiner Vernehmung durch den DFB konnte der 33-Jährige auf einer Pressekonferenz in Duisburg keine neuen Fakten in Bezug auf den Wett- und Manipulationsskandal vortragen. Die Identität des Anrufers, der Koch vor der Partie seines damaligen Vereins Energie Cottbus gegen Jahn Regensburg am 23. Mai des Vorjahres 20 000 Euro angeboten hatte, falls er absichtlich ein bis zwei Tore zulasse, blieb weiter unklar.

«Ich kann nicht sagen, wer mich damals angerufen hat. Ich kann nur sagen, dass er sich als Steffen Karl ausgegeben hat», sagte Koch, der nicht weiß, ob es sich dabei um den früheren Bundesliga-Profi mit dem selben Namen handelt. Steffen Karl (35) ist zurzeit Co-Trainer und Spieler beim Chemnitzer FC. «Ich kenne dessen Stimme nicht und weiß nicht, wer es war», meinte Koch, der das kriminelle Angebot damals ablehnte. Beim 3:0-Sieg der Cottbuser gegen Regensburg stand dann Tomislav Piplica im Tor, weil Koch sich zuvor verletzt hatte.

Mit dem Leipziger Marco Eckstein rückte ein anderer Torhüter am Tag von Hoyzers großem TV-Auftritt bei «Johannes B. Kerner» in den Blickpunkt. Der frühere Keeper von Sachsen Leipzig, der nun beim Oberligisten ZFC Meuselwitz spielt, soll die Regionalliga-Partie des FC Sachsen Leipzig gegen Dynamo Dresden am 9. Mai 2004 (1:3) laut einer Hoyzer-Aussage vor der Staatsanwaltschaft in Berlinmanipuliert haben. Rechtsanwalt Endrick Wilhelm, der den in der Betrugsaffäre ebenfalls beschuldigten Dresdner Torhüter Ignajac Kresic vertritt, brachte diesen Anschuldigung an Öffentlichkeit.

Der Fall Koch wurde erst am 6. Februar bekannt. Der Torhüter war vor dem Spiel des MSV gegen Rot-Weiß Oberhausen telefonisch bedroht worden. «Vor dem Spiel wollte ich nicht für Unruhe sorgen. Auch deshalb, um meine Familie und mich zu schützen. Ich bin kein ängstlicher Typ, aber die Anrufe habe ich schon ernst genommen», sagte Koch, der sich im aktuellen Trainingsbetrieb jedoch nicht bedroht sieht und auch keinen Personenschutz hat. Zu dem Vorfall will er sich zunächst nicht mehr öffentlich äußern, «um die Ermittlungen der Berliner Staatsanwalt und des DFB nicht zu stören». Ob er wegen der telefonischen Drohungen die Polizei einschaltet, hat Koch noch nicht entschieden.

Duisburgs Präsident Walter Hellmich lobte Kochs «Zivilcourage». Er sei aber auch «bedrückt, dass einer unserer Spieler bedroht wird». Der Schutz der Spieler habe «höchste Priorität für den Verein», sagte Hellmich. Mit Blick auf die Entscheidung des am Freitag tagenden DFB- Sportgerichts hinsichtlich der von Hoyzer verschobenen DFB- Pokalpartie Paderborn – Hamburger SV (4:2) erneuerte Hellmich seine Forderung: «Wenn das Spiel wiederholt wird, muss auch unser Pokalspiel gegen Paderborn aus der nächsten Runde wiederholt werden.» Der DFB will vor der Verhandlung noch andere Zeugen befragen.

Unterdessen haben die österreichischen Behörden Interpol eingeschaltet und die Ermittlungsakten im Fall Hoyzer angefordert. Nach Einsicht der Unterlagen werde man wissen, ob es tatsächlich Anhaltspunkte für eine Straftat in Österreichs Fußball gebe, sagte der Vorarlberger Sicherheitsdirektor Elmar Marent der Nachrichten- Agentur APA. Danach werde gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft entschieden, welche Schritte unternommen würden.

Schreibe einen Kommentar