Doll fordert HSV-Heimsieg gegen Rostock

Doll fordert HSV-Heimsieg gegen Rostock
Doll fordert HSV-Heimsieg gegen Rostock
Thomas Doll regt sich über eine Schiedsrichterentscheidung auf.

Hamburg (dpa) – Thomas Doll will eine Initiative zur Rettung des Ostfußballs starten. Mit seiner abstiegsbedrohten «alten Liebe» Rostock hat der HSV-Trainer aber kein Mitleid und fordert im Nordderby einen Heimsieg.

«Ich bin nicht der Herbergsvater. Gerade mir als altem Rostocker will man ein schlechtes Gewissen machen, aber die Saison hat 34 Spieltage. Hier werden sie nichts verspielen», sagt der 39 Jahre alte Coach, der 24 Jahre an der Ostsee gelebt hat.

Auch sein Gegenüber Jörg Berger will von sentimentalen Gefühlen nichts wissen: «Mitleid brauchen wir nicht, Mitleid bekommen nur die Schwachen», sagt er selbstbewusst. «Wir sind ganz krasser Außenseiter, aber wir sind nicht chancenlos. Wir müssen an unsere Leistung gegen Stuttgart anknüpfen. Der HSV ist nach dem Sieg gegen Schalke selbstbewusst und wir sind gewarnt.» Tatsächlich sind die Hamburger bestens gelaunt und wollen vor ausverkauftem Haus an die Leistung vom 6:0 im Hinspiel anknüpfen. «Wir wollen den Sieg auf Schalke vergolden, sonst war er nichts wert», fordert Doll, der kurz davor ist, in seiner ersten Saison als Bundesliga-Trainer den UEFA-Cup zu erreichen.

Seine Verbundenheit mit Hansa, für das er bis 1986 spielte, soll trotz seiner Sorgen um den Verein für 90 Minuten lang ruhen. Doch danach will sich der Fußball-Lehrer ernsthaft Gedanken zur Rettung der Ostclubs machen. «Da blutet mir das Herz, wenn ich bedenke, dass es schon bald keine Clubs aus dem Osten mehr in der Bundesliga geben könnte», sagt der gebürtige «Ossi», wie er sich selbst nennt.

Er hat einen Kreis von ehemaligen Spielern aus den neuen Bundesländern gegründet und will sich beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) dafür einsetzen, den Osten besser zu unterstützen. «Unser Ansinnen ist es, dass der DFB dort regulierend eingreift und mit seinen Kontakten zur Wirtschaft einen Ausgleich schafft.» Torhüter Frank Rost hat er schon angesprochen, Matthias Sammer, Ulf Kirsten, Andreas Thom und andere Ex-Nationalspieler sollen dazu kommen.

«Ich finde es sehr positiv, dass die Jungs nicht vergessen haben, wo sie herkommen», sagt Berger. Hansas Vorstandsvorsitzender Manfred Wimmer meint: «Man kann uns nicht anders behandeln als andere. Auch in Schleswig-Holstein oder anderen westlichen Regionen gibt es solche Probleme. Wir haben über zehn Jahre unter Beweis gestellt, dass es möglich ist, im Osten mitzuhalten.» Um die Lizenz für die kommende Saison zu bekommen, egal ob für die erste oder zweite Liga, muss Hansa Bedingungen und Auflagen erfüllen. Besonders die Auflagen im Fall des Abstiegs bereiten der Führungsetage Kopfzerbrechen.

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