DFL verweigert keine Lizenz – Lob für Clubs

DFL verweigert keine Lizenz – Lob für Clubs
DFL verweigert keine Lizenz - Lob für Clubs
Die Spieler der Frankfurter Eintracht laufen sich warm.

Frankfurt/Main (dpa) – Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat keinem Bundesligisten die Lizenz für die kommende Saison verweigert und den 36 Profivereinen damit ein gutes wirtschaftliches Zeugnis ausgestellt.

Einige Clubs müssen zwar bis zum 16. Juni Bedingungen erfüllen, um die Spielgenehmigung endgültig zu erhalten. Doch der für die Finanzen zuständige DFL-Geschäftsführer Christian Müller sieht darin keinen Anlass zur Sorge. «Die Erteilung einer Bedingung hat oft sehr harmlose Gründe. Die Vereine haben unter Beweis gestellt, dass sie den durch die Kirch-Krise und die Werbe-Flaute erforderlichen Anpassungsprozess in Angriff genommen haben», sagte Müller.

Ein finanzieller Kraftakt stünde lediglich dem 1. FC Kaiserslautern im Fall des zweiten Abstiegs nach 1996 bevor. Dann müsste der Tabellen-14. seinen Lizenzspieler-Etat von derzeit 16,5 Millionen Euro halbieren. Die dramatische Kürzung wäre jedoch problematisch, weil die alte Vereinsführung den Passus einer automatischen Gehaltsanpassung beim Abstieg aus insgesamt sieben über das Saisonende hinauslaufenden Verträgen gestrichen hat.

Diese Verträge müssten demnach aufgelöst oder zu erheblich reduzierten Konditionen modifiziert werden. Der Vorstand geht dennoch davon aus, auch für die 2. Bundesliga die Lizenz-Bedingungen erfüllen zu können. Allerdings würde die Mannschaft bei den daraus resultierenden Gehalts-Einbußen wohl komplett auseinander fallen. «Wir müssten uns dann eben von Spielern trennen, mit dem Risiko, dass sie ablösefrei gehen können», erklärte Vorstandschef René C. Jäggi.

Der bei einem Klassenverbleib geforderte Nachweis der Realisierung geplanter Zahlungen, die Bestandteil der eingereichten Unterlagen waren, ist laut Jäggi hinfällig. «Die von der DFL aufgetragene Bedingung für die Bundesliga ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt erfüllt», erklärte der Schweizer.

Borussia Dortmund, das mit einem Verlust von 29,4 Millionen Euro in der Halbjahresbilanz ebenfalls zu den Sorgenkindern der Liga zählt, muss lediglich Auflagen in der nächsten Saison einhalten. Der in finanzielle Bedrängnis geratene Verein hat die Erteilung der Lizenz mit Erleichterung aufgenommen. «Wir freuen uns, dass die DFL die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Borussia Dortmund im Rahmen des vorgelegten Konsolidierungsprogramms akzeptiert hat und dass unsere eingeleiteten Sparmaßnahmen Berücksichtigung gefunden haben», erklärte BVB-Manager Michael Meier. Weitere Angaben über die Auflagen seitens der DFL wollte der Club nicht machen.

Wahrscheinlich müssen die Dortmunder 25 bis 30 Millionen Euro zur Sicherung ihrer Liquidität nachweisen. Der befürchtete Ausverkauf wird allerdings nicht stattfinden. «Wir werden Spieler nur zu akzeptablen Konditionen abgeben», erklärte Meier, der die Kosten um etwa 20 Millionen Euro senken will. Offen ist noch, ob der BVB zur Konsolidierung der Finanzsituation eine Anleihe aufnehmen wird.

Bis Mitte Juni müsste auch Eintracht Frankfurt nachbessern, sollte der Klassenverbleib nicht gelingen. In diesem Fall ist ein Liquiditätsnachweis in Höhe von 1,5 Millionen Euro fällig. Diese Bedingung bereitet Vorstandschef Heribert Bruchhagen allerdings keine Kopfschmerzen, denn die noch offenen Sponsorenverträge liegen den Partnern bereits zur Unterschrift vor.

Der Hamburger SV hat die Lizenz mit den erwarteten Auflagen erhalten, gab der Club bekannt. Wie schon in dieser Saison werden die Hanseaten auch in der neuen Spielzeit keine weiteren Schulden machen dürfen und müssen ihre Bilanz monatlich bei der DFL vorlegen. «Das kommt für uns nicht unerwartet. Mit den Auflagen war zu rechnen», sagte Club-Chef Bernd Hoffmann.

Der abstiegsgefährdete Bundesligist Hertha BSC hat die Lizenz für die Bundesliga und auch die 2. Liga erhalten, muss allerdings nicht näher genannte Auflagen erfüllen. «Wir müssen uns an gewisse Maßgaben halten, unter denen die Lizenz erteilt wurde. Wir haben aber in der Vergangenheit bewiesen, dass dies kein Problem ist», erklärte Hertha-Geschäftsführer Ingo Schiller in einer Pressemitteilung des Clubs.

Auch die Zweitligisten FSV Mainz 05 und MSV Duisburg sowie die Aufstiegsaspiranten 1. FC Nürnberg und Arminia Bielefeld müssen Bedingungen erfüllen, um die Lizenz endgültig zu erhalten.

Die DFL ist sogar von strengeren Maßstäben ausgegangen als das Verfahren der Europäischen Fußball-Union UEFA, das erstmals für die Saison 2004/05 eingeführt wurde und ab sofort von allen nationalen Verbänden für ihre Top-Ligen eingehalten werden muss. Die Bundesligisten können gegen die erteilten Bedingungen und Auflagen innerhalb einer Woche Beschwerde bei der DFL einlegen. Zunächst wollte von dieser Möglichkeit aber kein Club Gebrauch machen.

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