DFL: «Keine Ungleichbehandlung» bei Lizensierung

DFL: «Keine Ungleichbehandlung» bei Lizensierung
DFL: «Keine Ungleichbehandlung» bei Lizensierung
Schalke-Manager Rudi Assauer bei einem Biathlon-Prominenten-Schießen.

Berlin (dpa) – Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) weist jeden Verdacht einer ungleichen Bewertung ihrer Profivereine bei der Lizenzierung zurück.

«Gegen Vorwürfe der Ungleichbehandlung setzen wir uns energisch zur Wehr», erklärte der für Finanzen zuständige DFL-Geschäftsführer Christian Müller der dpa. Werner Altegoer, Präsident des VfL Bochum, will mit Hinweis auf große Schulden anderer Vereine ungleiche Maßstäbe bei der Lizenz-Erteilung durch die DFL erkannt haben. «Würden gleiche Maßstäbe angelegt, dann dürften einige Clubs keine Lizenz mehr haben», hatte Altegoer erklärt.

Fachmann Müller, der auch maßgeblich mit an der Weiterentwicklung eines einheitlichen europäischen Lizenzierungsverfahrens für Profi-Vereine arbeitet, verwies auf den Kernpunkt der Lizenzierung in der Bundesliga. «Die Liquidität ist das ausschlaggebende Kriterium», betonte er. Mit der Sicherung dieser Zahlungsfähigkeit der Vereine soll der Spielbetrieb in den beiden Profiligen gesichert werden. «Wir haben dabei erhebliche und durchsetzbare Eingriffsmöglichkeiten. Diese Stärke der DFL gegenüber den Clubs ist in den Ligen Europas einzigartig», betonte der Geschäftsführer. «Unsere Liga-Kollegen beneiden uns um unser Verfahren.»

Die Schuldner der Liga rücken allerdings nur verstärkt ins Visier der Lizenzierer, wenn ein Verein fortgesetzt Verluste macht. Dann gibt es Sanktionen bis hin zum Lizenzentzug, aber auch nicht zwangsläufig. «Sie müssen nicht denken, dass ich hochverschuldete Vereine gut finde. Doch die Finanzierung der Clubs bleibt Sache der Clubs», sagte Müller. Das würde die Rechtslage auch gar nicht anders zulassen.

Wenn die Verluste durch Garantien oder andere Einnahmen abgedeckt sind, gibt es für die Liga keine Grundlage für Sanktionen. Schwierig zu beurteilen ist für die DFL dabei, inwieweit Leistungen aus der Zukunft bereits in die aktuellen Finanzierungen eingehen. «Teilweise werden Einnahmen aus der Zukunft als Sicherheiten genommen», erklärte Müller zu neuen Finanzierungs-Modellen.

Vorwürfe wie von Altegoer oder auch von Bayern-Manager Uli Hoeneß gegen die Konkurrenz, sein Schalker Kollege Rudi Assauer würde beispielsweise den Verein aus egoistischen Motiven in ein großes Risiko hetzen, seien laut Müller keine Frage der zu beurteilenden Liquidität, sondern der Integrität, der Wettbewerbsverzerrung. «Wenn die Clubs wollen, dass wir die Regeln in dieser Hinsicht verschärfen, können wir das probieren. Dazu benötigen wir aber das klare Votum der Vereine und begeben uns auf schwieriges Terrain», verwies Müller auf die Aufgaben der DFL als Interessenvertreter der 36 Proficlubs.

Vieles würde bei den ganzen Diskussionen in einen Topf geworfen, dabei müsste man Liquidität, Verlust und Schulden klar auseinander halten. So nannte Müller das Beispiel Borussia Dortmund: «Dortmund hat zwar hohe Schulden, aber auch das zweithöchste Eigenkapital der Liga.» Das Eigenkapital ist die Differenz aus Vermögen und Schulden. Der Geschäftsführer kündigte an, dass die DFL im Februar neue Zahlen über die wirtschaftliche Situation des deutschen Profifußballs nach der Saison 2003/04 veröffentlichen wird.

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