Schwager statt Stiefvater – Familientreffen im DFB-Pokal

Schwager statt Stiefvater – Familientreffen im DFB-Pokal
Bildhinweis: Ist in Karlsruhe aufgewachsen: Saarbrückens Trainer Lukas Kwasniok. Foto: Foto Huebner/dpa

Verl (dpa) – Es wird ein Familientreffen, aber anders als gedacht: Eigentlich hatte sich vor allem Linksverteidiger Mario Müller auf das Pokal-Achtelfinale mit Viertligist 1. FC Saarbrücken gegen Zweitligist Karlsruher SC gefreut.

Der bisherige Karlsruher Trainer Alois Schwartz ist seit über 20 Jahren mit Müllers Mutter Jutta verheiratet und somit dessen Stiefvater. Doch die Badener trennten sich am 3. Februar von Schwartz. Aber, der Kuriositäten nicht genug, es kommt auch so für den aktuellen KSC-Coach zu einem Familien-Duell. Denn Schwartz-Nachfolger Christian Eichner ist mit Monja verheiratet, der Schwester von Saarbrückens Sportchef Marcus Mann.

Die Randgeschichten bei den Saarbrücken und auch dem SC Verl, bei dem Trainer Guerino Capretti am Spieltag 38. Geburtstag feiert, passen wunderbar zur romantischen Story der beiden letzten großen Außenseiter im DFB-Pokal. Zwar hat für beide der Aufstieg in die 3. Liga Priorität. Dennoch werden die 26.000 Einwohner zählende Stadt im Kreis Gütersloh und das knapp 40.000 Einwohner zählende Völklingen, wohin Saarbrücken für seine Heimspiele ausweichen muss, kopf stehen.

In beiden Stadien werden mobile Flutlichtmasten aus England aufgebaut, aber beide müssen mit je zwei auskommen, weil es nur vier dieser Masten gibt. In beiden Stadien wird es erstmals den Videobeweis geben, der entsprechende Assistent sitzt aber nicht im Kölner Keller, sondern in einem Van vor dem Stadion. Und beide wollen erster Viertligist im Viertelfinale seit Kiel 2012 werden.

Besondere Vorzeichen hat eben das Duell der Saarbrücker gegen den KSC (20.45 Uhr/Sky). «Mit meiner Schwester werde ich wahrscheinlich vor dem Spiel nicht mehr reden», sagte Mann der «Bild»-Zeitung lachend und ergänzte: «Wenn es schon ein Fußballer sein musste, dann war Christian schon die beste Wahl. Da waren mir andere Kollegen etwas suspekter.» Eichner erklärte dem «Kicker»: «Das ist eine sehr unglückliche Situation.» Seine Frau sei «neutral und hat sich dieses Spiel am wenigsten gewünscht. Aber meine kleine Tochter hat sich sehr gefreut. Die ist nach der Auslosung durchs Wohnzimmer gehüpft.»

Doch natürlich geht es auch ums Weiterkommen. Und um rund 1,4 Millionen Euro zusätzlich, die beide gut gebrauchen können. Die Saarbrücker, deren Trainer Lukas Kwasniok in Karlsruhe aufwuchs, haben den Nachteil, noch mitten in der Vorbereitung zu sein. Für die Karlsruher wäre eine Pokal-Pleite nach dem Trainerwechsel und dem Absturz auf einen Abstiegsplatz ein weiterer Stimmungskiller. Unter schweren Bedingungen. «Das Gesamtpaket Völklingen hat seinen ganz eigenen Charakter», sagte Eichner: «Gefühlt ist es nicht so hell, das sind ganz spezielle Bedingungen.»

Auch Bundesligist Union Berlin erwarten in Verl (18.30 Uhr/Sky) ungewöhnliche Bedingungen, an denen schon Erstligist Augsburg und Zweitligist Kiel verzweifelten. Die 5153 Tickets waren in wenigen Stunden ausverkauft. Das Regionalliga-Spiel gegen Lippstadt am Freitag (1:0) sahen gerade mal 1134 Zuschauer. Für Mittwoch organisierte die Stadt ein Public Viewing in einer Schützenhalle.

Der Verler Vorsitzende Raimund Bertels bezeichnet die Partie als «Bonbon» für den SC, der als Zweiter mit drei Partien im Rückstand ebenso wie Südwest-Spitzenreiter Saarbrücken den Aufstieg im Visier hat. «Wichtig ist die Meisterschaft. Aber für die Außendarstellung des SC Verl sind die Spiele im Pokal sehr wertvoll», sagte Bertels: «Und wir sind nicht chancenlos.» Und Trainer Guerino Capretti, der am Mittwoch 38 wird, hofft. «Wenn alles passt, kann an meinem Geburtstag vielleicht ein Wunder passieren», sagte er.

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