Der Meister feiert – 25 000 Bremer Fans in Partylaune

Der Meister feiert  – 25 000 Bremer Fans in Partylaune
Der Meister feiert  - 25 000 Bremer Fans in Partylaune
Thomas Schaaf (3vl) jubelt mit seinen Spielern nach der Ankunft in Bremen.

Bremen (dpa) – Champagner-Bad im Entmüdungsbecken des Erzrivalen FC Bayern München, triumphaler Empfang auf dem Flughafen in Bremen und Champions-Party im Gasthaus «Grothenns» in Arbergen: Werder Bremen feierte die Meisterschaft meisterlich.

Vor den Toren der Hansestadt ging es im mit grün-weißen Luftballons geschmückten Ballsaal hoch her. Eine Band spielte heiße Rhythmen, und die Spieler führten nach ihrem 3:1-Erfolg in München auf dem Parkett Freudentänze auf. Draußen vor der Tür feierten rund 300 Fans in Werder-Trikots und feinen Nadelstreifen-Anzügen bis in die frühen Morgenstunden kräftig mit.

«Wir wollten einmal zeigen, dass wir auch feiern können», meinte Werders Marketingchef Manfred Müller. Er hatte die Fete im Vorfeld als «geheime Kommandosache» organisiert – Trainer Thomas Schaaf und Sportdirektor Klaus Allofs wussten nichts von den Vorbereitungen. «Die Überraschung ist geglückt. Für uns und für die Spieler ist dies eine tolle Sache», meinte Allofs erfreut und paffte zur Feier des Tages eine dicke Zigarre.

Torjäger Ailton und Regisseur Johan Micoud genossen das Blitzlichtgewitter der Fotografen und die überall präsenten die TV- Kameras. «Ailton gut, Werder gut, Feier gut. Alles wundervoll, es ist unglaublich», jubelte der Brasilianer und labte sich an Lachshäppchen sowie einem Gläschen Rotwein.

Vorher hatten 15 000 Werder-Anhänger der Meistermannschaft auf dem Flughafen einen triumphalen Empfang bereitet. Als um 21.31 Uhr die zweimotorige Chartermaschine nach einer Ehrenrunde über dem Platz auf dem Rollfeld aufsetzte, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Als das Flugzeug auf die Massen zurollte, schwenkte Schaaf schon aus dem Cockpit heraus die grün-weiße Werder-Fahne. Zur gleichen Zeit heulten die Sirenen der Feuerwehr, Leuchtkugeln stiegen in den Nachthimmel, und die Fans verlangten schreiend voller Inbrunst: «Wir wollen die Meister sehen!»

Als Erster gratulierte Bremens Bürgermeister Henning Scherf zum vierten Titel. Der Regierungschef hatte sich ein T-Shirt mit dem Aufdruck «Deutscher Meister 2004 – Werder Bremen» über sein Hemd gezogen und sogar grün-weiße Streifen auf beide Wangen gemalt. Jeder Profi erhielt eine rote Rose. Bereits auf der Gangway, die arg ins wanken geriet, ließen sich Mannschaft und Vorstand enthusiastisch feiern. «Das ist unglaublich, was hier abgeht», meinte Torhüter Andreas Reinke staunend über den Trubel, der teilweise chaotische Züge annahm.

Die begeisterten Fans hatten die Flughafen-Absperrung durchbrochen und waren auf das Rollfeld gestürmt. Ex-Manager Willi Lemke hatte zuvor die Werder-Anhänger bei Laune gehalten und sich mit dem Mikrofon in der Hand als Stimmungsmacher betätigt. Trotz eines Muskelfaserrisses verfolgte der Bremer Bildungssenator inmitten von 25 000 Fans die Live-Übertragung auf einer Großbildleinwand auf dem Domshof. Überraschend war Lemke, der im Vorfeld einige «Giftpfeile» Richtung München abgeschossen hatte, dann aber bei der nächtlichen Party nicht anwesend.

Die offizielle Werder-Feier findet erst am kommenden Sonntag am Rathaus statt. Kapitän Frank Baumann wird die Meisterschale nach dem letzten Saison-Heimspiel am Tag zuvor gegen Bayer Leverkusen im Weserstadion stolz in die Höhe recken. Und dann wird nochmal gefeiert.

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