UEFA führt Trainingskontrollen ein

UEFA führt Trainingskontrollen ein
UEFA führt Trainingskontrollen ein
UEFA-Generalsekretär Olsson gestikuliert 2004 bei einer Pressekonferenz.

Frankfurt/Main (dpa) – Die Europäische Fußball-Union (UEFA) wird künftig bei den 32 Teilnehmern der Gruppenphase der Champions League auch im Training Dopingkontrollen vornehmen.

Wie die UEFA mitteilte, müssen damit ab der neuen Saison rund 960 Fußballprofis mit Dopingtests nicht nur nach den Spielen, sondern auch im Training rechnen.

«Für uns ist das kein Problem», sagte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des deutschen Meisters Bayern München am Rande der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt/Main. Die Kontrolleure seien «herzlich willkommen bei uns. Wir haben nichts zu verstecken». Liga-Präsident Werner Hackmann sagte: «Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass wir so etwas auch in der Liga praktizieren.» Voraussetzung sei aber, dass das vom Aufwand her zu leisten sei.

«Mit der Ausdehnung der Dopingkontrollen auf das Training verschärfen wir die bestehenden Kontrollen und geben ein klares Zeichen an diejenigen, die den Gebrauch illegaler Substanzen zur Leistungssteigerung in Erwägung ziehen», erklärte UEFA-Generalsekretär Lars-Christer Olsson.

Die UEFA will nun nach den Worten ihres Anti-Doping-Experten Marc Vouillamoz die 32 für die Gruppenphase qualifizierten Vereine bei einem Seminar im September am UEFA-Sitz in Nyon mit den neuen Bestimmungen vertraut machen. «Danach starten wir die Aktion», sagte Vouillamoz. Nach den am 1. Juni in Kraft getretenen neuen Dopingregeln der UEFA können sowohl Blut- als auch Urinproben genommen werden. Die Fußballer sollen auch auf den Missbrauch mit Erythropoietin (EPO) kontrolliert werden.

Mit der Einführung der Trainingskontrollen kommt die UEFA zudem den Regeln der Welt-Antidoping-Agentur WADA nach. Der Fußball-Weltverband FIFA hat Trainings-Tests bisher nicht eingeführt.