Liverpool startet Champions-League-Marathon

Liverpool startet Champions-League-Marathon
Liverpool startet Champions-League-Marathon
Werder-Trainer Thomas Schaaf (r) und Sportdirektor Klaus Allofs im Gespräch.

München (dpa) – Nur sieben Wochen nach dem Triumph von Istanbul muss der FC Liverpool in der Champions League bereits wieder zur Titelverteidigung antreten. Während Bayern München und Schalke 04 erst in zwei Monaten in der Gruppenphase eingreifen, wartet auf den Verein des deutschen Fußball-Nationalspielers Dietmar Hamann ein wahrer Marathon.

Das Hinspiel der ersten Qualifikationsrunde gegen den walisischen Meister FC Llansantffraid ist die erste von insgesamt 18 Partien, die der Champions-League-Sieger bis zur Finalteilnahme am 17. Mai 2006 in Paris bestreiten müsste.

Für die einst mit vier Clubs vertretene Bundesliga steht in der WM-Saison sogar der dritte Startplatz auf dem Spiel. Denn in der Fünfjahreswertung der Europäischen Fußball-Union (UEFA), die über die Teilnehmerzahl in Champions League und UEFA-Cup entscheidet, droht ein weiterer Absturz von Rang fünf auf sieben. Dieser würde 2007 den dritten Startplatz kosten. Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge schlägt bereits Alarm: «Der FC Bayern hat praktisch die gesamte Last der letzten Jahre auf internationaler Ebene allein getragen. Hätten wir nicht so viele Punkte gemacht, hätten wir schon jetzt nur noch zwei Starter. Werder Bremen kann nur dank unserer guten Ergebnisse in der Champions League spielen.»

Der Vorsprung von Deutschland (48,989 Punkte) auf die zwei Ränge schlechter platzierten Niederländer (39,831) ist nur auf den ersten Blick komfortabel. Denn die Bundesliga verliert am Saisonende 11,062 Punkte aus der Spielzeit 2000/2001, in der die Bayern die Champions League gewannen. Das Streichergebnis der Niederlande beträgt 6,083 Zähler. Zieht man die Punkte schon im Voraus ab, reduziert sich der Vorsprung auf die Niederländer auf vier Punkte.

Während die Bayern als Meister und Schalke als Vizemeister automatisch für die Gruppenphase mit 32 Mannschaften qualifiziert sind, müssen die Bremer zunächst die Qualifikation überstehen. Allerdings greifen die Hanseaten, ebenso wie Manchester United, Inter Mailand, AS Monaco oder Ajax Amsterdam erst in der dritten und letzten Runde ein. Diese wird am 29. Juli ausgelost.

Allein aus finanzieller Sicht ist die Champions League für das Bundesliga-Trio von großer Bedeutung. Die UEFA schüttet an die 32 Teilnehmer über 400 Millionen Euro an Preisgeld und Prämien aus. Liverpool kassierte 2004/05 als Titelgewinner den Löwenanteil von 30,6 Millionen Euro. Die Bayern verdienten als Viertelfinalist immerhin 18,4 Millionen Euro. Auch Bremen (17,1) und Bayer Leverkusen (13,5) verbuchten zweistellige Millionenbeträge.

Dass der FC Liverpool, der praktisch aus dem Urlaub heraus in die Qualifikation startet, seinen Titel überhaupt verteidigen darf, verdankt der Club einer Sonderregelung der UEFA. Denn Platz fünf in der englischen Premier League reichte sportlich nicht zur Teilnahme. Die UEFA schloss die Lücke im Reglement: Der Titelgewinner ist künftig automatisch als Teilnehmer seines Landes qualifiziert.

Für die Vorrunde in 8 Gruppen mit je 4 Teams stehen 16 Teilnehmer fest. Neben Bayern und Schalke sind noch FC Barcelona und Real Madrid aus Spanien, FC Chelsea und Arsenal London aus England, Juventus Turin und AC Mailand aus Italien, Olympique Lyon und OSC Lille aus Frankreich, Benfica Lissabon und FC Porto aus Portugal sowie Olympiakos Piräus (Griechenland), PSV Eindhoven (Niederlande), Sparta Prag (Tschechische Republik) und Fenerbahce Istanbul (Türkei) mit Trainer Christoph Daum automatisch qualifiziert. Die Gruppenphase beginnt am 13./14. September und endet am 5./6. Dezember 2005.