Karl-Heinz Rummenigge: «Wir sind sehr enttäuscht»

Karl-Heinz Rummenigge: «Wir sind sehr enttäuscht»
Karl-Heinz Rummenigge: «Wir sind sehr enttäuscht»
Karl-Heinz Rummenigge greift sich 2004 nach dem Spiel gegen Juventus an die Nase.

dpa: Herr Rummenigge, die Topspiele der Champions League werden künftig nur noch im Bezahl-TV bei Premiere zu sehen sein. Internationaler Spitzen-Fußball wird also für die deutschen Fußball-Fans, vor allem die des FC Bayern, teuer. Müssen Sie sich da Sorgen machen?

Rummenigge: «Wir machen uns in der Tat große Sorgen. Es ist zu befürchten, dass alle Bayern-Spiele nur noch im Pay-TV übertragen werden. Aber der Verkauf der Rechte an Premiere ist eine exklusive Entscheidung der UEFA, die es im Vorfeld nicht einmal für nötig hielt, mit den deutschen Vereinen darüber zu sprechen. Wir sind sehr enttäuscht.»

dpa: Als nächstes ist zu befürchten, dass auch die Bundesliga nur noch gegen Geld zu sehen ist, zumal der Vertrag mit der ARD nur bis 2006 läuft…

Rummenigge: «Grundsätzlich: Wir müssen aus den Übertragungsrechten der Bundesliga mehr erzielen als zur Zeit. Doch wir müssen auch den Wünschen der Fans Rechnung tragen. Wir sind glücklich mit der Sportschau und wissen, welchen Wert sie für die Fans hat. So lange ich im Aufsichtsrat der DFL sitze, werde ich eine solche Entscheidung nicht mittragen.»

dpa: Mehr Geld von Premiere bedeutet ja auch nicht gleichzeitig mehr Geld auf dem Konto der Vereine?

Rummenigge: «Richtig. Die DFL hat eine Studie erstellen lassen, aus der geht eindeutig hervor: Das Free-TV ist für das Sponsoring der Vereine von enormer Bedeutung.»