Cardoso sagt traurig «Adios»

Cardoso sagt traurig «Adios»
Cardoso sagt traurig «Adios»
Rodolfo Cardoso freut sich über seinen Führungstreffer im Liga-Pokalfinale.

Hamburg (dpa) – Der Körper zeigt Rodolfo Esteban Cardoso endgültig die Rote Karte. Nach 13 Jahren als Profi in Deutschland beendet der 35 Jahre alte Fußball-Künstler seine Karriere beim Hamburger SV.

«Der Abschied tut weh, aber es geht nicht mehr», sagt Cardoso, der sich nach etlichen Knie-Operationen immer wieder zurückkämpfte. «Sein Körper ist total verschnitten und vernäht. Aber er hat immer weiter gemacht, niemals aufgegeben. Er wollte immer nur Fußball spielen», erzählt HSV-Masseur Hermann Rieger, der den Argentinier in den vergangenen Jahren täglich betreute.

In dieser Saison hat es für den Ex-Nationalspieler nur zu acht Einsätzen gereicht, denn HSV-Trainer Klaus Toppmöller wollte ausschließlich gesunde Spieler auf dem Platz haben. Zuletzt wurde er in Freiburg wie ein Star empfangen und gefeiert, denn dort hat er nach der Anfangsstation FC Homburg erfolgreiche Jahre verbracht. «Ich wünschte, Rodolfo wäre ein paar Jahre jünger. Er ist ein toller Fußballer», sagt Toppmöller, der dem Filigrantechniker gegen Eintracht Frankfurt wohl seinen insgesamt 220. Auftritt in der Bundesliga gönnen wird.

Kollege Stefan Beinlich findet noch heute, dass «es ein Genuss ist, ihn spielen sehen». Und der scheidende Kapitän Nico-Jan Hoogma bedauert, dass die Gesundheit des Südamerikaners in entscheidenden Situationen nicht mitspielte: «Wir hätten mit Rodolfo noch viel mehr erreichen können.» Unter den Trainern Frank Pagelsdorf und Kurt Jara galt Cardoso als Schlüsselspieler mit Heilsbringer-Funktion. Fehlte Cardoso, war schnell eine Begründung für die niedere Spielkultur des HSV gefunden. Doch wenn er dann auflief, wurden die lichten Momente, in denen er den Ball an sich riss und der Offensive mit genialen Zuspielen Leben einhauchte, peu à peu seltener.

Der begnadete Techniker mit den kunstvollen Freistößen und zentimetergenauen Pässen wird dem HSV aber weiterhin erhalten bleiben. Zum 1. Juli wird er Leiter des HSV-Fußball-Camps, wo er dem Nachwuchs seine Tricks beibringen soll. Dann kann er seinen Teil dazu beitragen, dass es wieder hoffnungsvolle Talente gibt, die den Anschluss an die Profi-Mannschaft finden. Denn derzeit, meint Cardoso, «haben wir keine guten Nachwuchsspieler». Zudem wird er als Talente-Späher den südamerikanischen Raum bereisen. Hamburg soll auch weiterhin der Wohnsitz für ihn und seine Familie sein.

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