Calmund-«Erbe» Kaenzig soll bleiben

Calmund-«Erbe» Kaenzig soll bleiben
Calmund-«Erbe» Kaenzig soll bleiben
Kaenzig (l) und Calmund sitzen während einer Pressekonferenz nebeneinander.

Leverkusen (dpa) – Bayer Leverkusen ist sportlich in der Fußball-Bundesliga wieder oben auf und möchte sich zur Zeit durch kein Störfeuer vom Ziel UEFA-Cup ablenken lassen.

Doch beim Tabellen-Vierten ist man im Hintergrund mit einigen Personalien im Management beschäftigt, die auf Entscheidungen drängen. Kaum Aufschub duldet die Vertragsverlängerung mit Manager Ilja Kaenzig. Er wird heftig vom Liga-Rivalen Hannover 96 umworben, soll aber in absehbarere Zeit das Erbe von Bayer-Galionsfigur Reiner Calmund antreten. «Wir haben uns mit Kaenzig auf die Eckdaten eines neuen Vertrags geeinigt. Er ist und bleibt eine feste Größe bei Bayer», erklärte Finanz-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Calmund dagegen räumte ein, dass die Verhandlungen mit Kaenzig nicht «reibungslos» verliefen. Er wertet das Interesse anderer Clubs an dem von ihm protegierten potenziellen Nachfolger aber auch als «Bestätigung, dass wir damals den richtigen Mann geholt haben». Man wolle Kaenzig auf jeden Fall halten, betonte Calmund: «Und ich bin sehr zuversichtlich, dass dies klappen wird.»

Dies gilt nicht für den gelernten Großhandelskaufmann Holzhäuser, der seit Oktober 1998 für die Finanzen in Leverkusen verantwortlich ist. Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) wird er die Nachfolge von DFL-Chef Wilfried Straub antreten. Nur der Zeitpunkt, ob er bereits am 1. August dieses Jahres oder erst am 1. April 2005 nach Frankfurt umzieht, ist offen. «Momentan ist nur die Fußball-Bundesliga wichtig. Nach dem Saisonende klären wir dies im Gesellschafterausschuss in Ruhe», sagte Meinolf Sprink, Sportbeauftragter der Bayer AG.

Zum großen Umbruch in der Leverkusener Führungsetage könnte es kommen, wenn Bayer-Ikone Calmund seine Ankündigung wahr macht und sich 2006/2007 aus der Vereinsspitze zurückzieht. «Wir haben heute 2004. Im Fußball geht es schnell rauf und runter, deshalb zerbreche ich mir darüber nicht den Kopf», meinte Sprink, der aber auch Verständnis für Calmund zeigte: «Nach dann 30 Jahren als Fußball-Manager wäre ein solcher Schritt nachvollziehbar.»

Neben Kaenzig war auch der einstige Bayer-Sportdirektor und heutige DFB-Teamchef Rudi Völler von Calmund als sein Nachfolger ins Spiel gebracht worden. «Rudi Völler hat damals viel zur Reputation von Bayer und Calmund beigetragen. Doch nun soll er 2004 bei der EM und am besten bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland Titel holen», sagte Sprink. Der noch in Leverkusen wohnende Völler hatte selbst nach dem Vorstoß Calmunds abgewunken.

Eine Lanze bricht Sprink im Rahmen der Personaldebatte für den vierten Mann im Spitzenquartett des viermaligen deutschen Vize- Meisters: für Sportdirektor Jürgen Kohler. Der frühere U 21- Bundestrainer und Ex-Profi von Borussia Dortmund war vor gut 13 Monaten als Nothelfer geholt worden, um den in der Saison 2002/2003 drohenden Abstieg aus der Bundesliga abwenden zu helfen. «Ich sehe ihn als Bindeglied zwischen Management und Mannschaft. Er ist sehr bemüht und hat an Profil gewonnen, nachdem er am Anfang eine schwierige Phase hatte», so Sprink.

Schreibe einen Kommentar