Bestechungsskandal im EM-Land Portugal

Bestechungsskandal im EM-Land Portugal
Bestechungsskandal im EM-Land Portugal
Boote am Ufer eines Kanals im EM-Spielort Aveiro im Dezember 2003.

Lissabon (dpa) – Weniger als zwei Monate vor Beginn der Europameisterschaft in Portugal hat ein Bestechungsskandal den Fußball im EM-Gastgeberland erschüttert.

Der Präsident der portugiesischen Fußball-Liga, Valentim Loureiro, wurde unter dem Verdacht festgenommen, Schiedsrichter bestochen zu haben. Wie die Polizei mitteilte, wurden außerdem 15 weitere Verdächtige dingfest gemacht. Darunter waren der Präsident des Schiedsrichterkomitees, Pinto de Sousa, sowie mehrere Referees und Vereinschefs. Beamte durchsuchten die Zentrale des portugiesischen Fußballverbandes (FPF) und 60 Wohnungen in mehreren Städten des Landes nach Beweismaterial. Die Polizeirazzia unter der Bezeichnung «Goldener Pfiff» war seit Wochen vorbereitet worden.

Die Festgenommenen standen im Verdacht, durch die Bestechung von Schiedsrichtern den Ausgang mehrerer Spiele manipuliert zu haben. Welche Spiele und welche Ligen davon betroffen waren, teilten die Ermittler zunächst nicht mit. Im Mittelpunkt des Skandals schien der Drittligist FC Gondomar zu stehen. Liga-Chef Loureiro, ein ehemaliger Parlamentsabgeordneter, ist in der bei Porto gelegenen Kleinstadt Gondomar Bürgermeister.

«Dies alles ist für uns sehr unangenehm, erst recht kurz vor dem Kongress der Europäischen Fußballunion (UEFA) auf Zypern», räumte der FPF-Präsident Gilberto Madail ein. «Aber die Festnahmen sind für mich keine Überraschung. Man muss nur lesen, was die Zeitungen nach jedem Wochenende über die Darbietungen der Schiedsrichter schreiben.»

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