Eintracht Braunschweig springt nach Sieg über Preußen Münster auf den ersten Aufstiegsplatz

Eintracht Braunschweig springt nach Sieg über Preußen Münster auf den ersten Aufstiegsplatz
Eintracht Braunschweig Wappen
(von unserem Autor Juro)

Eintracht Braunschweig zeigt sich in seinen aktuellen Spielen konzentriert und zielorientiert, obwohl auch bei den siegreich gestalteten Spielen der Glanzeffekt fehlt. So sammelt das nach dem Re-Start neben den nicht aufstiegsberechtigten zweiten Mannschaft von Bayern München erfolgreichste Team Stück für Stück genug Punkte, um jetzt sogar den Dauer-Spitzenreiter MSV Duisburg in der Tabelle zu überflügeln. Auch das abstiegsgefährdete Team aus Münster konnte daran nichts ändern. Die Preußen zeigten sich zwar nach dem schnellen Führungstor der Löwen im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße als das spieldominantere Team und rannte mit dem Mut der Verzweiflung gegen ein blau-gelbes Abwehrbollwerk an, vermochten aber keinen Ball im Tor des überragenden Torwarts Engelhardt unterzubringen. Der rettete seinem BTSV die drei Punkte, die im Endspurt der Drittliga-Saison für einen direkten Aufstiegsplatz in der End-Abrechnung mehr als wichtig sein könnten.

Trainer Antwerpen, der seinen Kader in zwei Teams aufgeteilt hat und somit grundlegend (fast) jeden Spieler mit über ausreichend Spielzeit motiviert, ließ diesmal wieder die sogenannte „Heimmannschaft“ spielen. Ein wenig überraschend agierte allerdings Schlüter für die Stammkraft Kijewski als linker Außenverteidiger. Rechts defensiv im 4-2-3-1 begann von Anfang an Becker. Wiebe und Putaro, die ebenfalls schon diese Position gespielt hatten, wurden geschont. Nicht geschont wurde Spielmacher Kobylanski. Auch Pourié agierte wieder von Anfang an. Coach Hildmann versuchte es in diesem wieder einmal für Münster sehr wichtigen Spiel nach der Niederlage in Chemnitz mit Wagner, Cueto und Schnellbacher für die eher enttäuschenden Rodrigues, Königs und Özcan. Abwehrchef Löhmannsröben kehrte nach seiner Sperre ins Team zurück.

Hatten die Preußen zu Beginn eine eher zurückhaltend spielende Braunschweiger Mannschaft erwartet, wurden sie von der Löwen-Feuerwehr mit ordentlich Tempo von Beginn an überrascht. Bereits in der 2. Minute schlug dann der Ball bereits zum 1:0 für die Heimmannschaft im von Schulze-Niehues gehüteten Tor von Münster ein. Nach einem Fehlpass von Löhmannsröben ging Ex-Preuße Kobylanski nach einem Zuspiel von Kammerbauer im Doppelpass mit Bär ungedeckt vor den Strafraum und verwandelte sicher aus gut 18 Metern zum Führungstor der Eintracht. Keeper Schulze-Niehues hatte keinerlei Chance zur Abwehr.

Preußen war geschockt und lud die Eintracht in der Anfangsphase des Spieles ein, postwendend nachzulegen und die Führung höher auszubauen. In der 03. Minute knallte erneut Kobylanski einen Ball auf Münsters Kasten. Diesmal war aber der Keeper auf dem Posten. Eine Minute später suchte dann Eintrachts Kapitän Nehrig den Abschluss.

Nach der Vergabe dieser vielen hochkarätigen Chancen waren die Preußen endlich wach und drückten ihrerseits auf einen Ausgleichstreffer. Braunschweig hatte erst einmal sein Pulver verschossen und bettelte in mehreren Situationen gerade darum, einen Ausgleichstreffer zu fangen. Doch die Löwen hatten an diesem Tag einen überragenden Keeper in ihren Reihen! Engelhardt entschärfte eine Münsteraner Chance nach der anderen. In der 16. Minute hatten alle Münsteraner dann fast den Torschrei auf den Lippen, als Engelhardt einen Schuss von Litka an die Innenseite des rechten Innenpfostens lenkte. Von da sprang der Ball aber nicht ins Tor, sondern rollte an der Linie entlang zur anderen Tor-Seite, ohne diese zu überschreiten. Den Nachschuss, der sich nun für die Preußen ergab, wehrte noch einmal der gut aufgelegte BTSV-Keeper ab.

In der 31. Minute ergab sich die hochkarätigste Chance für die Eintracht, als Außenverteidiger Becker rechts die Seite hochlief und am Preußen-Strafraum auf den zentral heran laufenden Biankadi spielte. Dem gelang aber nur ein mittiger Torschuss, so dass Schulze-Niehues den Ball aus bester Schussposition abwehren konnte. Auch in der 38. Minute machte es der quirlige Braunschweiger Offensive nicht besser. Diesmal servierte ihm Stürmer Pourié (der im Strafraum umgestoßen wird) von rechts die Einschuss-Chance. Wieder war der Abschluss aus bester Position zu zaghaft. So ging es mit der etwas glücklichen Braunschweiger Führung zum Pausentee.

In der zweiten Halbzeit hatte Münster, wie schon kurz vor der Halbzeit, spielerisch ein deutliches Übergewicht. Allerdings entwickelte sich ein Spiel zwischen den Strafräumen, ohne viele nennenswerte Abschlüsse zu generieren. Braunschweig setzte auf ein dichtes Bollwerk vor und im eigenen Strafraum und versuchte, immer wieder überfallartige Konter zu setzten. Defensiv gelang das gut, offensiv an diesem Spieltag nicht mehr. Münster spielte offensiv sehr riskant und hatte Glück, dass die vielen Löwen-Konter zu unpräzise ausgespielt wurden. In der 59. Minute sah es noch einmal gut aus für die Blau-Gelben, als eine Flanke vom eingewechselten Youngster Otto fast schon im Toraus schien, Linksaußen Bär aber mit einem Seitfall-Zieher den Ball noch auf das Tor brachte. Keeper Schulze-Niehues war aber zur Stelle und wehrte ab.

Selbst kreierten die Preußen einige Halb-Chancen, scheiterten aber spätestens im Strafraum oder am klasse aufgelegten Löwen-Keeper Engelhardt. In der 74. Minute sah es fast nach dem Ausgleichstreffer aus, aber Engelhardt spitzelte Özcan, der ihn umspielen wollte, den Ball vom Fuß. Schauerte nahm das Leder auf und wollte selbst vollenden, scheiterte aber wiederum an Eintrachts Schlussmann. In der 83. Minute ging noch einmal Gefahr von der Eintracht aus. Otto schaufelte das Leder in den Münsteraner Strafraum, wo der hineinfliegende Burmeister aber den Ball am Tor vorbei bugsierte. Zwei Minuten später nahm sich der eingewechselte Abräumer Pfitzner ein Herz und schoss den Ball aus der zweiten Reihe knapp über das Preußen-Tor. In der Nachspielzeit, als Münster in letzter Verzweiflung kopflos anrannte und hohe Bälle in den Strafraum des BTSV schlug, wären die Löwen dann fast im Umschaltspiel für eine feine Kombination mit einem zweiten Treffer belohnt worden. Aber Preußen-Keeper Schulze-Niehues zeigte ebenfalls seine Klasse, dass er Bärs Schuss aus guter Position kurz vor dem Schlusspfiff abwehrte. Seinen Vorderleuten gelang im Gegenzug dann nichts mehr, um wenigstens noch einen Punkt aus Braunschweig zu entführen.

Da es jetzt auf Grund des zugespitzem Auf- und Abstiegskampfes in den letzten Spielen der 3. Liga keine leichten oder schweren Gegner mehr gibt, muss Eintracht Braunschweig auch das bereits am Dienstag folgende Auswärtsspiel in Chemnitz konzentriert und engagiert angehen. Der große Kader des Teams bringt mit sich, dass auch hier Trainer Antwerpen wieder auf ausschließlich fitte Spieler zählen kann. Die Lage der Preußen hat sich durch keinen weiteren Punktgewinn deutlich verschlechtert, da der Abstand zum rettenden Ufer mit 5 Punkten schon recht groß ist. Eigentlich helfen der Mannschaft jetzt nur noch Siege gegen den Abstieg. Den ersten davon will das Hildmann-Team jetzt am kommenden Mittwoch daheim gegen das andere „Kellerkind“ Zwickau in einem sogenannten „6 Punkte-Spiel“ holen. Die Liga zeigt sich in der finalen Phase der Saison spannend und eng platziert wie nie zuvor.

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Engelhardt – Becker (77. Schwenk), Kessel, Burmeister, Schlüter – Kammerbauer, Nehrig (46. Pfitzner) – Biankadi (76. Nkansah), Kobylanski (68. Otto), Bär – Pourié (77. Proschwitz)

Preußen Münster:

Schulze Niehues – Scherder,Löhmannsröben, Steurer (77. Königs) – Schauerte, Wagner (58. Rodrigues) – Mörschel (77. Erdogan), Rosipal (68. Heidemann), Cueto, Litka (68. Özcan) – Schnellbacher

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