Aachen nach 34 Jahren vor dem Aufstieg

Aachen nach 34 Jahren vor dem Aufstieg
Aachen nach 34 Jahren vor dem Aufstieg
Stefan Blank jubelt nach seinem 2. Treffer im Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen.

Oberhausen (dpa) – Alemannia Aachens Erfolgsstory steht vor der Krönung. Nach dem 2:1-Erfolg bei Rot-Weiß Oberhausen hat das Team von Trainer Jörg Berger 34 Jahre nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga die große Chance, aus eigener Kraft die Rückkehr ins Oberhaus zu schaffen.

«Der Erfolg in Oberhausen gibt der Mannschaft einen Riesenschub», sagte Berger, der die Alemannia jetzt «in der Lokomotive des Aufstiegszugs» sitzen sieht. «Wichtig ist, dass wir nicht auf die anderen schauen müssen», meinte der 59-Jährige erfreut, nachdem sein Team durch den wichtigen Auswärtssieg mit 52 Punkten auf den dritten Tabellenplatz vorgerückt ist.

Die Rechnung für den Verein aus dem Dreiländereck, der zuletzt in der Saison 1969/70 in Liga 1 vertreten war, ist eigentlich einfach. «Wir brauchen aus den letzten beiden Spielen noch zwei Siege, dann sind wir durch», sagte Berger. Seine Schützlinge erwarten am Sonntag LR Ahlen und müssen am letzten Spieltag zum Karlsruher SC reisen. Ein Punkt beträgt der Vorsprung vor Verfolger Cottbus, zwei vor Mainz 05.

In Oberhausen verschlief Aachen zwar die erste Halbzeit und Adrian Aliaj (18./Foulelfmeter) brachte RWO in Führung. Doch nach der Pause agierten die Alemannen druckvoller – prompt Stefan Blank schaffte mit einem Doppelpack (58./76., Foulelfmeter) die Wende. «In der Kabine gab es deutliche Worte, die an die Ehre gingen, dann kämpfte die Mannschaft endlich», berichtete Berger. «Wir mussten Alles oder Nichts spielen, griffen früher an und waren damit erfolgreich», sagte Aachens Kapitän Karlheinz Pflipsen, der jedoch die Gelb-Rote Karte sah (86./wiederholtes Foulspiel) und nun gegen Ahlen gesperrt ist.

Der Ex-Gladbacher ist dennoch sicher, dass Aachen auf Erstliga-Kurs bleibt. «Auf uns warten noch zwei echte Endspiele. Wir packen das», glaubt Pflipsen, dessen Teamkollege Willi Landgraf ebenfalls davon überzeugt ist, dass «wir uns den Aufstieg nicht mehr nehmen lassen». Landgraf, der nach abgelaufener Rot-Sperre wieder mitwirken darf, riet den Fans, den Aufstiegssekt schon einmal kalt zu stellen. Am 29. Mai im DFB-Pokalfinale gegen den neuen deutschen Meister SV Werder Bremen hat die Alemannia, die auch im Fall einer Niederlage in den UEFA-Cup-Wettbewerb einzieht, einen weiteren Höhepunkt vor sich. Vorher soll aber der Bundesliga-Aufstieg perfekt gemacht werden.

Bei den Oberhausenern, deren Aufstiegschancen bei nun fünf Punkten Rückstand auf Aachen nur noch theoretischer Natur sind, machte sich Ernüchterung breit. «Wir waren nicht clever genug und haben unsere letzte Chance nicht genutzt. Für uns war es das», sagte Keeper Oliver Adler, der sogleich vor der Zukunft warnte: «Uns fehlt die Qualität, ohne gestandene Spieler schauen wir uns die Tabelle nächste Saison von unten an.» So weit wollte sein Trainer Jörn Andersen nicht gehen. Der ehemalige Bundesliga-Torjäger räumte allerdings ein, dass der Aufstiegskampf für Oberhausen erledigt ist: «In den entscheidenden Situation waren wir zu dumm, um das Ding über die Bühne zu bringen.»

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