Zwanziger: «Schadensersatzforderungen unbegründet»

Zwanziger: «Schadensersatzforderungen unbegründet»
Zwanziger: «Schadensersatzforderungen unbegründet»
DFB-Präsident Theo Zwanziger im Januar in der Frankfurter DFB-Zentrale.

Frankfurt (dpa) – Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, hält mögliche Schadensersatzforderungen durch vom Manipulations- und Wettskandal betroffene Clubs für unbegründet.

«Deshalb sehen wir ihnen auch mit großer Gelassenheit entgegen», erklärte Zwanziger in einer Pressemitteilung. Er reagierte damit auf angedrohte Schadensersatzforderungen des Anwalts des Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth, der für den Fall des Nichtaufstiegs in die Bundesliga auf Grund manipulierter Spiele einen zweistelligen Millionenbetrag hochrechnete. Am 13. April hatte das DFB-Bundesgericht den Fürther Einspruch gegen die Wertung der am 26. September 2004 mit 0:1 beim MSV Duisburg verlorenen Partie in zweiter Instanz abgewiesen.

Fürths Clubsprecher Christian Riedle äußerte sich zurückhaltend: «Schadenersatzforderungen machen in der Liga keinen Sinn. Da geht es nur darum, ob es ein Wiederholungsspiel gibt oder nicht. Nur im DFB-Pokal wird über Schadensersatz geredet, wie am Beispiel des Hamburger SV.» Der HSV hatte wegen der von Schiedsrichter Robert Hoyzer manipulierten 2:4-Pokalniederlage in Paderborn eine Entschädigungssumme von zwei Millionen Euro kassiert.

Wie LR Ahlen (gegen Wacker Burghausen) und FC St. Pauli (gegen VfL Osnabrück) erwägen die Fürther allerdings den Gang vor das neutrale Schiedsgericht. «Wir denken darüber nach, inwieweit ein erneuter Einspruch sinnvoll ist. Wir haben den Eindruck, dass diese Sache im Sande verläuft. Vielleicht will der DFB genau das mit dieser Verzögerungstaktik erreichen», sagte Riedle. Die Entscheidung werde innerhalb einiger Tage fallen, da dann die Einspruchsfrist endet. «Es wäre fahrlässig, wenn wir nicht um jeden Punkt im Aufstiegsrennen kämpfen würden», meinte Riedle.

«Wir sind unserer von Anfang an formulierten Linie treu geblieben, nur die Spiele wiederholen zu lassen, die nachweislich manipuliert worden sind», rechtfertigte Zwanziger die Entscheidungen der DFB-Gerichte. Die Forderungen der Vereine bestätigten aber «die Notwendigkeit, einen außerordentlichen Bundestag einzuberufen», meinte der DFB-Chef. Am 28. April will sich der DFB-Bundestag in Mainz mit der Aufarbeitung und den Folgen der Schiedsrichter-Affäre beschäftigen. Bis dahin sollen alle Fälle vor den DFB-Sportgerichts-Instanzen abgearbeitet sein. «Bis auf die Schiedsgerichtsverfahren ist der Wettskandal so gut wie bewältigt», hatte DFB-Chefankläger Horst Hilpert nach der Verhandlung bilanziert.

Im letzten Einspruchsverfahren vor dem DFB-Bundesgericht wird am 20. April die Berufung des Karlsruher SC gegen die Wertung der 0:3-Niederlage gegen den MSV Duisburg verhandelt.

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