Verdacht der Untreue: Razzia bei Wacker Burghausen

Burghausen (dpa) – Der SV Wacker Burghausen ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Wegen des Verdachts der Untreue ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen zunächst unbekannte Beschuldigte.

Der Ausbau von Sportanlagen des SV Wacker soll über fingierte Rechnungen für andere Projekte zu Lasten der Firma Wacker- Chemie abgerechnet worden sein. Nach Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern richtet sich das Hauptaugenmerk der Ermittler auf die Abwicklung für den Bau von Tribünenbedachungen für das Fußball-Stadion und die Tennisanlage seit 1998.

Zur Sicherstellung von Beweismaterial hatten mehrere Staatsanwälte und rund ein Dutzend Kriminalbeamte die Geschäftsräume der Firma Wacker-Chemie in München und des Fußball-Zweitliga-Clubs in Burghausen durchsucht. Laut Staatsanwaltschaft bestehe der Verdacht, dass die Zahlungen der Baumaßnahmen an der Geschäftsleitung vorbei durch leitende Angestellte der Firma Wacker-Chemie abgedeckt und verbucht worden seien.

Peter Schacherbauer, Geschäftsführer des SV Wacker, sagte, dass sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht gegen den Verein und dessen Mitarbeiter richten. Auch die überraschende Rücktrittserklärung von Walter Hellweger, dem Leiter der Fußball-Abteilung, habe mit den aktuellen Vorgängen nichts zu tun. Der 58-Jährige werde zum 31. Dezember dieses Jahres sein Amt niederlegen, hieß es in einer Presseerklärung, «da die hohen Anforderungen dieses Ehrenamtes immer mehr mit den verstärkten Anforderungen seiner beruflichen Tätigkeit kollidieren».

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