UEFA-Cup-Euphorie in Aachen: «Haben ein großes Ziel»

UEFA-Cup-Euphorie in Aachen: «Haben ein großes Ziel»
UEFA-Cup-Euphorie in Aachen: «Haben ein großes Ziel»
Das Vereins-Logo der Alemannia Aachen.

Aachen (dpa) – Alemannia Aachen hat der Zweitliga-Konkurrenz nach der spektakulären Tor-Gala gegen Dynamo Dresden und dem Sprung auf den vierten Tabellenplatz den Kampf angesagt. Zugleich blickt der Ex- Bundesligist voller Euphorie den Gruppenspielen im UEFA-Cup gegen AEK Athen, OSC Lille, FC Sevilla und FC Zenit St. Petersburg entgegen.

«Das ist eine super Sache, das sind alles Spitzenclubs. Was will man mehr?», sagte Aachens Verteidiger Willi Landgraf nach der Europapokal-Auslosung in Nyon. Trotz der schweren Gegner zeigte sich Präsident Horst Heinrichs optimistisch. «Jetzt versuchen wir, den dritten Platz in der Gruppe zu erreichen. Das wäre grandios.»

Eine großartige Leistung hatte die Mannschaft bereits gezeigt. Nach dem glänzend herausgespielten 5:1 (2:0) gegen Aufsteiger Dresden herrschte am Aachener Tivoli Begeisterung pur. «Die ganze zweite Liga soll wissen, Alemannia ist eine sehr ernst zu nehmende Mannschaft», sagte Trainer Dieter Hecking, «diese Botschaft sollte angekommen sein.» Auch der erneut überragende Kai Michalke, der seine Saisontore fünf und sechs (28., 60.) gegen die Sachsen erzielte, gibt sich mit dem Erreichten nicht zufrieden. «Wir stehen noch nicht da, wo wir hinwollen, wir haben alle ein großes Ziel», sagte Michalke.

Für den Traditionsclub Dynamo Dresden dagegen brechen schwere Zeiten an. «Die Aachener haben uns heute unsere Grenzen aufgezeigt», sagte Trainer Christoph Franke, «dass wir so unter die Räder kommen, hätte ich nicht gedacht.» Der ambitioniert in die neue Saison gestartete Aufsteiger steht bereits nach dem 7. Spieltag auf dem letzten Tabellenplatz und mit dem Rücken zur Wand. «Wir wussten, dass wir von Anfang an gegen den Abstieg spielen», meinte Franke.

Gegen die wie im Rausch spielenden Aachener waren die Sachsen während der gesamten 90 Minuten schlicht überfordert. Reiner Plaßhenrich (16.), Sergio Pinto (59.) und Levente Csik (69./Eigentor) sorgten neben Michalke für die vierte Auswärtsniederlage der Dresdner im vierten Spiel. Klemen Lavric (88.) gelang lediglich noch der Ehrentreffer für Dynamo. «Es müssen sich einige Spieler erheblich verbessern, sonst müssen wir uns in der Winterpause wirklich noch verstärken», kündigte Franke an.

Auch die Dynamo-Anhänger hatten sich von der Reise nach Aachen mehr erhofft. Einige von ihnen ließen nach der Pleite ihrem Frust freien Lauf und zerstörten nach Angaben der Polizei in einem Shuttle- Bus mehrere Teile der Inneneinrichtung und ein Fenster. Insgesamt 101 Personen mussten sich einer Überprüfung der Personalien unterziehen.

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