Nürnberg: Schwerer Start für jüngstes Ligateam

Nürnberg: Schwerer Start für jüngstes Ligateam
Nürnberg: Schwerer Start für jüngstes Ligateam
Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf gestikuliert während des Spiels.

Nürnberg (dpa) – Trotz einer durchwachsenen Vorbereitung und der bescheidenen finanziellen Möglichkeiten nimmt der 1. FC Nürnberg mit dem jüngsten Kader der Fußball-Bundesliga selbstbewusst das schwere Startprogramm in Angriff.

Nach der Rundumerneuerung hofft der Traditionsclub, dass dem sechsten Aufstieg der Vereinsgeschichte nicht ein weiteres Mal nur ein kurzes Gastspiel im Fußball-Oberhaus folgt.

Mit «zwei bis drei Spieltagen Gewöhnungszeit» in der Bundesliga rechnet Trainer Wolfgang Wolf. Die Anpassungsprobleme könnten den «Club» allerdings rasch in die erste Krise führen. Nach dem Gastspiel bei Wolfs Heimatverein 1. FC Kaiserslautern kommt der VfB Stuttgart in die WM-Baustelle Frankenstadion, ehe der FCN die Reise zum Hamburger SV antreten muss. «Ich glaube nicht, dass wir nach fünf Spieltagen abgeschlagen am Ende stehen», sagte Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader dennoch. Er ist überzeugt, «dass auch eine so junge Mannschaft das Zeug hat, in der Bundesliga zu bestehen».

Selbst von einer Negativserie zum Auftakt ließe man sich nicht «Bange machen», bemerkte Bader, «schließlich zählt, dass wir am letzten Spieltag die Klasse gehalten haben. Und das schaffen wir.» Mit dem jüngsten Kader der Bundesliga wolle der FCN, der nur über einen Saisonetat von 12,5 Millionen Euro für den Lizenzspielerbereich verfügt, die «Not zur Tugend» machen, sagte Bader: «Wir möchten hier Substanz aufbauen, um in wenigen Jahren ein festes Mitglied der Bundesliga zu sein. So wie Rostock, Hannover, Kaiserslautern oder Gladbach.»

Insgesamt investierte der Verein vor Saisonbeginn nur 200 000 Euro in Ablösesummen für neue Spieler. Die meisten der neun Neuzuggänge kamen ablösefrei nach Nürnberg. Für Wolf ist diese Einkaufspolitik der richtige Weg: «Wir haben uns bewusst dafür entschieden, den Kern der Aufstiegsmannschaft beizubehalten und diesen nur gezielt zu verstärken.»

Die erste Elf für das Spiel in Kaiserslautern habe er bereits im Kopf, sagte Wolf. Namen mochte er allerdings noch nicht Preis geben. Von den Neuen dürften der Ex-Bremer Ivica Banovic und Markus Schroth vom TSV 1860 München neben den gesetzten Slowaken Robert Vittek und Marek Mintal die Offensivabteilung bilden. Tomasz Hajto und Bartosz Bosacki werden als Innenverteidiger, Andreas Wolf und Frank Wiblishauser als Außenverteidiger der Viererabwehrkette auflaufen. Nach Wolfs Plädoyer für Raphael Schäfer («Ich lasse mir meinen Raphael Schäfer nicht von der Öffentlichkeit kaputt machen») scheint auch der zuletzt wenig überzeugende Keeper vorerst seinen Platz vor Konkurrent Daniel Klewer verteidigen zu können.

Wolfs Problemzone bleibt weiter das defensive Mittelfeld. Weder Kapitän Tommy Larsen noch Nürnbergs dienstältester Spieler Marek Nikl drängten sich bislang als defensive Spielgestalter auf. Sie dürften aber mangels Alternativen in der Anfangsformation stehen. Während Wolf weiter darauf drängt, noch vor Transferschluss am 31. August für Alternativen zu sorgen, versuchte Bader zu relativieren: «Es stimmt, dass wir im Sturm und in der Abwehr genug Variationsmöglichkeiten haben, im Mittelfeld fehlen uns die. Dennoch werden wir nur jemanden verpflichten, der absolut zu uns passt. Ansonsten habe ich keine Probleme damit, auch bis zum Winter zu warten. Mit Wolfgang Wolf ist das klar besprochen.»

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