Leverkusen zwischen Königsklassen-Lust und Pyro-Frust

Leverkusen zwischen Königsklassen-Lust und Pyro-Frust
Bildhinweis: Die Leverkusener siegten mit 3:2 bei Union Berlin. Foto: Andreas Gora/dpa

Berlin (dpa) – Die Freude über den nächsten Schritt in Richtung Champions League wich bei Bayer Leverkusen schnell dem Frust über die eigenen Fans.

«Das ist für mich etwas enttäuschend, das muss ich ganz ehrlich sagen», sagte Kapitän Lars Bender nach den wiederholten Pyro-Zündeleien beim turbulenten 3:2 (1:1)-Sieg beim 1. FC Union Berlin. Die Begegnung in der Fußball-Bundesliga wurde mehrfach unterbrochen. Beide Teams mussten am Samstag sogar kurz vom Platz, da die Anhänger im Gästeblock immer wieder rote Fackeln zündeten und vereinzelt sogar Raketen in Richtung Spielfeld abfeuerten.

«Wenn es einmal passiert, dann okay», sagte Stürmer Kevin Volland: «Aber wenn der Kapitän dort hingeht und sagt: ‘Es schadet allen, auch unserem Spielfluss’ – und sie machen weiter und immer weiter und immer weiter, dann ist das natürlich Quatsch.» Die Vorfälle, die nach gut 50 Minuten im Stadion An der Alten Försterei begannen und bis kurz vor Ende andauerten, dürften dem Club nun eine gehörige Strafe vom Deutschen Fußball-Bund einbringen. «Das war scheiße, dass das Spiel dann unterbrochen wird», sagte Leverkusens Trainer Peter Bosz.

Schiedsrichter Harm Osmers hatte die Situation jedoch im Griff und reagierte besonnen. Selbst Bender konnte die Fans beim Gang in die Kurve aber nicht beruhigen. «Natürlich versuchst du da einzuwirken, aber da hast du auch wenig Macht», gab er zu: «Gefühlt stand ich auch einfach nur vor einer Leinwand.» Warum die Lage so eskalierte, war Bender und seinen Teamkollegen nicht klar. «Das spielt aber auch keine Rolle. Es ist schade, dass so etwas passiert», sagte er.

Immerhin setzte die Werkself ihren Höhenflug fort und festigte nach dem fünften Sieg in sechs Ligaspielen Rang fünf. Der Rückstand auf Platz drei beträgt nur zwei Punkte. «Intern haben wir klar als Ziel ausgegeben, dass wir in die Champions League wollen», sagte Sportdirektor Simon Rolfes. Nach frühem Rückstand, langer spielerischer Magerkost und einer starken Schlussphase darf sich Leverkusen spätestens jetzt wieder berechtigte Hoffnungen machen.

«Das wird ein langer Weg», warnte Volland aber: «Die Konkurrenz lässt dir auch kaum Luft zum atmen.» Es gehe darum, einfach zu gewinnen. Egal ob ein Spektakel wie vor einer Woche gegen Borussia Dortmund (4:3) oder ein ganz unangenehmes Kampfspiel wie in Köpenick. «Das ist ausschlaggebend und da wollen wir weitermachen>, sagte Volland.

Karim Bellarabi gelang in der vierten Minute der Nachspielzeit der Siegtreffer. Union führte durch Christian Gentner (7.) und konnte durch Marius Bülter (87.) kurz vor Schluss noch ausgleichen. Für Bayer trafen außerdem Kai Havertz (22.) und Moussa Diaby (83.).

«Das war bis zum letzten Moment gefährlich. Wir sind sehr froh, dass wir das Spiel gedreht haben», sagte Bosz. Union habe aber sicher mehr verdient gehabt, betonte der Niederländer, der das nächste Duell mit dem kampfstarken Aufsteiger schon vor Augen hat. Bereits am 4. März empfängt Bayer die Eisernen im Viertelfinale des DFB-Pokals.

Zunächst steht am Donnerstag in der Zwischenrunde der Europa League das Heimspiel gegen den FC Porto an. «Schwer und anstrengend» wird das, sagte Volland: «Das ist nicht selbstverständlich, dass man die einfach mal so schlägt.» Und auch wenn es gegen Union nur in den letzten 15 Minuten zu einer überzeugenden Leistung reichte, war ihm eine Erkenntnis besonders wichtig: «Wir sind auf einem guten Weg und haben gezeigt, dass wir einen guten Siegeswillen haben.»

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