In Mainz ist die Mannschaft der Star

In Mainz ist die Mannschaft der Star
In Mainz ist die Mannschaft der Star
Der Mainzer Trainer Jürgen Klopp feuert seine Spieler an.

Mainz (dpa) – Mit hohen Ansprüchen startet der FSV Mainz 05 ins Abenteuer Fußball-Bundesliga. «Wir wollen im Spiel gegen den Ball die beste Mannschaft in Deutschland werden», kündigte Coach Jürgen Klopp neun Tage vor dem Start am 8. August beim VfB Stuttgart eine offensiv ausgerichtete Spielweise an.

Der Diplom-Sportlehrer ohne Trainer-Lizenz setzt auf Systemsicherheit. «Wir wollen immer versuchen, unser Spiel durchzubringen», erklärte der 37-jährige Erstliga-Novize. Das verlangt enorme Laufstärke und hohe Disziplin, um über das gesamte Spielfeld den ballführenden Gegner unter Druck zu setzen. «Wir haben lange genug geübt», ist sich Klopp sicher, mit seinem Raumdeckungssystem in der Bundesliga zu Erfolgen zu kommen.

Star in Mainz ist die Mannschaft. Vom Aufstiegsteam blieben bis auf Michael Thurk (Cottbus) und Sandro Schwarz (Essen) alle an Bord. Aussortierte, erfahrene Erstligaspieler als Neuzugänge waren am Rhein kein Thema. Überlegt ergänzten Manager Christian Heidel und Klopp den Kader mit erfolgshungrigem Nachwuchs. Spektakulär für Mainzer Verhältnisse war die Rückkehr von Manuel Friedrich. 2002 mussten die 05er den lang aufgeschossenen Abwehrspieler für gut 2,5 Millionen Euro an Werder Bremen verkaufen. Rund 1,3 Millionen Euro zahlten die Rheinhessen nun an den deutschen Meister, bei dem Friedrich wegen zweier Kreuzbandrisse nicht Fuß fassen konnte. In Mainz gilt der 24-Jährige, der gerade einmal sieben Erstliga-Minuten auf dem Buckel hat, schon jetzt als einer der technisch versiertesten und Kopfball stärksten Innenverteidiger der Liga.

Die Euphorie rund um Mainz ist auch zwei Monate nach dem Aufstieg ungebrochen. 40 000 Fans feierten damals ihr Team, bei den Heimspielen aber können im Bruchwegstadion nur etwas mehr als 20 000 dabei sein. «Wir wollen unsere Fans nicht enttäuschen», erklärte Präsident Harald Strutz, dem die Nähe zu den Anhängern ebenso wichtig ist wie ein gut gefülltes Punktekonto. «Unsere Fans sollen auch in der Bundesliga spüren, dass hier in Mainz alle mit Herzblut bei der Sache sind», sagte Strutz, dem klar ist, dass auch die beste Unterstützung nicht die Leistung der Mannschaft ersetzt. «Wir wollen uns in der Liga etablieren und das wird allein auf dem Platz entschieden.»

Mit dem kleinsten Etat der Liga (22 Millionen Euro) müssen die Mainzer ordentlich haushalten. «Wir haben uns die wirtschaftlichen Möglichkeiten offen gehalten, personell noch nachzulegen», erklärte der Vize-Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL), der sich am Samstag bei der DFL-Mitgliederversammlung in Berlin zur Wiederwahl stellt. Der 53-jährige Jurist, der seit drei Jahren die Rechte der 2. Liga stärkt und sich dabei hohes Ansehen erwarb, kann gleich die Mainzer Kampfkraft unterstreichen. Denn mit dem Kölner Manager Andreas Rettig steht ein Gegenkandidat bereit. Am Sonntag messen dann auch die Spieler beider Teams die Kräfte, wenn Mainz im letzten Testspiel in Wiesbaden auf den 1. FC Köln trifft.

Schreibe einen Kommentar