Blickpunkt Trainer: Toppmöller und Götz unter Beobachtung

Blickpunkt Trainer: Toppmöller und Götz unter Beobachtung
Blickpunkt Trainer: Toppmöller und Götz unter Beobachtung
HSV-Trainer Klaus Toppmöller ärgert sich über das Spiel seiner Mannschaft.

Hamburg (dpa) – Wieder sitzen zwei Trainer auf dem Schleuderstuhl: Vor dem «Wegweiser-Spiel» zwischen dem Drittletzten Hamburger SV und der noch sieglosen Hertha aus Berlin sieht sich HSV-Coach Klaus Toppmöller unter Dauerbeschuss, Kollege Falko Götz unter schärfster Beobachtung.

«Hier bin ich vom ersten Tag an nicht so geliebt worden. Das tut schon ein wenig weh», gab «Toppi» genau elf Monate nach seinem Amtsantritt am 23. Oktober 2004 als Nachfolger des Österreichers Kurt Jara zu. Für den Fall einer erneuten Niederlage ist wohl HSV-Amateurtrainer Thomas Doll schon als Retter nominiert.

In Hamburg fühlt sich Toppmöller von vielen Feinden verfolgt. Vor seinem Schicksalsspiel erzählte der 53-Jährige von einem Gespräch mit einem Hauptstadt-Reporter. Der habe darauf hingewiesen, dass die Berliner erst am zweitletzten Spieltag die Klasse gehalten hätten, während der der HSV da schon Achter gewesen sei. «Wenn man den Weg im alten Jahr verfolgt, das wurde auch schon als desaströs hingestellt», klagt Toppmöller, der aber nicht aufgibt: «Die Saison ist noch jung, da ist noch einiges korrigierbar.»

Beim Gegner aus Berlin bemühte sich Manager Dieter Hoeneß um Ruhe im eigenen Stall. Einen Vergleich der gegenwärtig komplizierten Situation mit der Lage im Vorjahr lehnte er rigoros ab: «Das verbietet schon der Blick auf die Tabelle: Wenn du zwei Spiele gewinnst, bis du an der Spitze. Verlierst du zwei, bist du im Tabellenkeller.» Allerdings warnte Herthas starker Mann nach dem «katastrophalen» Pokalauftritt in Braunschweig: «Es gibt keine Zweifel, dass das keine Wiederholung erfahren darf.»

Zur Situation seines Trainers, der sich beim Pokal-Aus mit personellen Umstellungen und unglücklichen Kommentaren Kritik eingehandelt hatte, sagte Hoeneß nichts. «Die Vergleiche lenken komplett ab, wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren», beschwor der Manager. Götz, der weiter auf Arne Freidrich, Yildiray Bastürk und Billy Reina sowie neu auch auf Alexander Madlung verzichten muss, will vor dem HSV-Spiel Maßnahmen ergreifen, «um die Mannschaft an ihre Stärken zu erinnern». Mit welchem Gefühl er nach Hamburg fahre? «Mit einem absolut guten. Wir wollen gewinnen», entgegnete der 42-Jährige.

In seinem vielleicht letzten Spiel als HSV-Trainer wird Toppmöller wohl auf den in der Vorbereitung als Kapitän eingesetzten Sergej Barbarez verzichten. «Da sind andere Tugenden gefragt», forderte der umstrittene Coach und wollte mit dieser Maßnahme ein Signal für ein «Kampfspiel» setzen. Sein neuer Kapitän Daniel van Buyten übertrieb es trotz der Brisanz ein wenig: «Der Ball ist beim Gegner oder bei uns – einer muss sterben.» Hoeneß meinte nur: «Da müsste es jetzt der Letzte bei uns begriffen haben.»

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