Alle Augen auf Sané: Bayerns Königstransfer legt los

Alle Augen auf Sané: Bayerns Königstransfer legt los
Bildhinweis: Leroy Sané (r) und Leon Goretzka sind jetzt auch beim FC Bayern zusammen. Foto: Tobias Hase/dpa

München (dpa) – Ein Ex-Schalker weiß als Experte, welche besondere Gefahr dem Krisenclub FC Schalke 04 von einem anderen Ex-Schalker im Bundesliga-Eröffnungsspiel beim Serienmeister FC Bayern droht.

Am Freitagabend (20.30 Uhr) darf Leroy Sané «endlich loslegen», wie der Münchner Königstransfer frohlockt – und das dann auch noch gegen die Königsblauen, bei denen er seine Profi-Karriere starten durfte.

Leon Goretzka und Sané kennen sich nicht erst aus gemeinsamen Schalker Tagen. Sie besuchten in Gelsenkirchen schon dieselbe Schule. Und auch aus Länderspielen sind sich die deutschen Nationalspieler bestens vertraut. Nun sind sie seit kurzem beim Triple-Gewinner in München wieder vereint. Und dort sind die Erwartungen an den rund 50 Millionen Euro teuren Neuzugang von Manchester City riesig.

«Er ist ein Spieler für besondere Momente», sagte Goretzka vor dem Liga-Neustart und benannte die speziellen Fähigkeiten des rasanten Flügelstürmers. «Er ist in der Lage, Eins-gegen-eins-Situation aufzulösen. Solche Spieler brauchst du gerade als FC Bayern gegen Mannschaften, die sich häufig auf die Defensive konzentrieren. Leroy hat eine große Schnelligkeit, einen guten Zug zum Tor und ist in der Lage, Tore vorzubereiten. Das sind Dinge, die wir von ihm erhoffen und erwarten.» Sané soll ein weiterer Unterschiedsspieler sein.

Genau 1588 Tage nach seinem letzten Spiel im Schalke-Dress am 14. Mai 2016 feiert Sané beim Wiedersehen mit Königsblau sein Comeback in der Bundesliga. Der 24-Jährige will in München sein Spiel «aufs nächste Level bekommen» und Titel gewinnen, besonders die Champions League. Beim rauschenden Titelgewinn jüngst beim Finalturnier in Lissabon durfte er nach seinem Wechsel aus England noch nicht mitwirken.

Sané hat in München einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben und sich sportliche Großtaten vorgenommen. Schließlich habe er ganz bewusst die Trikotnummer 10 gewählt, die bis 2019 der große Arjen Robben beim Rekordmeister trug. Er wollte damit «ein Zeichen setzen, dass ich hierherkomme, um Verantwortung zu übernehmen. Ich will zeigen, dass man sich dabei voll auf mich verlassen kann.»

Zu Beginn der Bayern-Zeit geht es für Sané aber erst einmal darum, sich ins Team einzufügen und nach dem Kreuzbandriss vor einem Jahr in Topform zu kommen. «Es fehlt der Spielrhythmus», sagte er selbst nach den jüngsten Länderspieleinsätzen gegen Spanien und die Schweiz.

Sein von Goretzka beschriebenes Potenzial blitzte im DFB-Trikot auf. Aber etliche Offensivaktionen misslangen Sané auch noch. «Wenn ich die Frische und Power habe, spiele ich die Dinge runter», sagte er.

Vielleicht kann Sané schon gegen Schalke eine Duftmarke setzen, für das er als Jungprofi in der Bundesliga 47 Partien bestritt, elfmal traf und sieben Tore vorbereitete. Da sich Kingsley Coman nach einem Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Person aus seinem Umfeld noch in häuslicher Quarantäne befindet, könnte Sané im Eröffnungsspiel von Anfang an auf dem linken Flügel stürmen.

Sein neuer Trainer setzt die Erwartungen nicht sofort ganz hoch an – und das nicht nur wegen der langen Verletzungspause. Auf Sané komme auch «eine große Umstellung» bei der Anpassung an Bayerns Spielstil zu, begründete Hansi Flick. Angreifer sind auch erste Verteidiger.

«Bei uns geht es auch gegen den Ball sehr intensiv weiter. Das ist eine Sache, die er einbringen muss. Das erwarte ich auch von ihm», sagte Flick. Die paar tausend Fans, die womöglich gegen Schalke erstmals wieder in der Münchner Arena dabei sein dürfen, werden sich aber vor allem auf Sololäufe und Angriffs-Tricks von Sané freuen.

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