Zweite Chance: Fach neuer Tainer in Wolfsburg

Zweite Chance: Fach neuer Tainer in Wolfsburg
Zweite Chance: Fach neuer Tainer in Wolfsburg
Holger Fach dirigiert bei Borussia Mönchengladbach im Oktober 2004 das Spiel.

Wolfsburg (dpa) – Holger Fach erhält als zweite Wahl seine zweite Chance. Knapp sieben Monate nach seiner Entlassung bei Borussia Mönchengladbach heuerte der 42-jährige Fußball-Lehrer beim Bundesligisten VfL Wolfsburg an.

Fach soll das 90-prozentige Tochterunternehmen des ehrgeizigen Volkswagen-Konzerns bis in die Champions League führen. «Wolfsburg ist ein guter Verein, einer mit Perspektive», sagte Fach. Obwohl noch nicht geklärt ist, ob die Spitzenspieler Martin Petrow und Andres D’Alessandro bleiben, meinte Fach: «Das ist eine gut aufgestellte Mannschaft.»

Nach der Absage von Dieter Hecking, der lange als Kandidat Nummer eins der Wolfsburger galt, ging alles ganz schnell. Fach wurde Nachfolger des zurückgetretenen Erik Gerets. Der in Mönchengladbach nach elf Monaten am 27. Oktober 2004 entlassene Coach erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2007. «Es ist mir egal, ob ich erste oder zweite Wahl war. Ich war mir mit Wolfsburg schon seit ein paar Tagen klar», versicherte der frühere Bundesliga-Profi. «Es hat mich amüsiert, dass mein Name nicht in der öffentlichen Diskussion war.» Mit Mönchengladbach, wo er nach neun Punkten aus den ersten zehn Saisonspielen gehen musste, wurde er schnell einig: «Das ist geklärt, der Vertrag wird Dienstag oder Mittwoch aufgelöst.»

Mit Fach entschied sich der VfL gegen große Namen wie Bernd Schuster oder Matthias Sammer, die von Teilen des mit Volkswagen-Managern besetzten Aufsichtsrates favorisiert worden waren. Wie Hecking gilt der nun verpflichtete Coach als jung und ehrgeizig. «Mit Holger Fach konnten wir einen ausgewiesenen Fußballexperten gewinnen, der über umfangreiche Erfahrung in der Bundesliga – sowohl als Spieler wie auch als Trainer – verfügt», sagte Manager Thomas Strunz, der sich gegen einen prominenten Coach ausgesprochen hatte.

Die Erwartungen an Fach sind groß. «Wir sind zuversichtlich, dass er mit der Mannschaft die vom VfL für die nächste Saison angestrebte Zielsetzung einer Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb erreichen wird», sagte Strunz. Doch Fach weiß, dass auch der Ehrgeiz groß ist. Mehrfach hatten VW-Führungskräfte erklärt, dass der VfL bis 2007 in der Champions League spielen soll. «Dazu möchte ich mich im Moment noch nicht äußern», sagte Fach.

Mit welchem Kader der neue Mann arbeiten kann, ist noch offen. Nach dem Verkauf von Thomas Brdaric droht auch der Verlust von Petrow und D’Alessandro, der am Wochenende wieder einmal drastisch seine Wechselabsichten formuliert hatte. «Darüber werden wir uns in den kommenden Tagen unterhalten», kommentierte Fach.

Der Fußball-Lehrer, der für Fortuna Düsseldorf, KFC Uerdingen 05, Borussia Mönchengladbach, Bayer 04 Leverkusen und TSV München 1860 insgesamt 416 Bundesliga-Spiele absolvierte, hatte nach eigener Aussage mehrere Angebote seit dem Rauswurf in Mönchengladbach: «Im Nachhinein bin ich bestätigt, dass ich auf den richtigen Verein gewartet habe.» Seine erste Bundesliga-Station als Trainer trat er im September 2003 als Nachfolger Ewald Lienens in Gladbach an. Zuvor hatte er mittels einer Ausstiegsklausel nach nur drei Wochen den Regionalligisten Rot-Weiß Essen verlassen.

Der Weg nach Wolfsburg war für Fach durch Heckings Absage frei geworden. «Das Angebot aus Wolfsburg lag auf dem Tisch, aber ich bin in Aachen angetreten, um aufzusteigen. Das habe ich noch nicht geschafft. Deshalb bleibe ich am Tivoli», hatte der Alemannia-Coach erklärt.

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