Costa Rica glaubt ans Weiterkommen

Costa Rica glaubt ans Weiterkommen
Costa Rica glaubt ans Weiterkommen
Ein Kamerateam aus Costa Rica filmt die Landesfahne im Leipziger Zentralstadion.

San José (dpa) – Kleines Land, große Ehre – und hohe Erwartungen: Als Costa Rica bei der Gruppen-Auslosung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in die deutsche Gruppe A gelost wurde, gab es im ganzen Land einen Aufschrei der Begeisterung.

Tausende Fußball-Fans feierten in der Hauptstadt San José, dass ihren Fußball-Lieblingen die Ehre des Eröffnungsspieles in München gegen Gastgeber Deutschland zuteil wird. «Wir freuen uns. Das ist eine einmalige Gelegenheit, unser kleines Land vor den Augen der ganzen Welt zu präsentieren. Wir sind sehr froh, das Eröffnungsspiel zu bestreiten, noch dazu gegen den Gastgeber. Deutschland hat eine große Tradition im Fußball», sagte Carlos Lizano, Botschaftsrat des mittelamerikanischen Landes in Berlin.

Auch Costa Ricas Kicker waren hellauf begeistert. «Alle meine Spieler sind sehr aufgeregt. Wir haben zwar schon zwei Mal gegen Brasilien gespielt, aber dieses WM-Eröffnungsspiel ist das wichtigste Spiel unserer Geschichte», betonte Trainer Alexandre Guimares. Der 47-Jährige reist mit seinem Team, das sich als Dritter der CONCACAF-Gruppe nach 1990 und 2002 die dritte WM-Teilnahme sicherte, zwar als krasser Außenseiter an. Doch klares Ziel ist es, wie beim WM-Einstand 1990 in Italien (Achtelfinale) und anders als 2002 in Südkorea und Japan die Vorrunde zu überstehen.«Wir haben nichts zu verlieren, sondern können nur alles gewinnen», sagte Guimares.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann wird wohl erst einmal seinen Chefscout Urs Siegenthaler auf die Mittelamerikaner ansetzen. Denn für die deutschen Kicker sind die «Ticos» Neuland. Das Vorrunden-Duell wird das erste Länderspiel zwischen beiden Nationen sein.

Schon 2002 war Guimaraes Costa Ricas Trainer. Der gebürtige Brasilianer, inzwischen Staatsbürger des kleinen Landes, schied nach der damaligen WM aus dem Amt, als man in der Gruppe mit dem späteren Weltmeister Brasilien und dem WM-Dritten Türkei nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber den Türken ausschied. In diesem April kehrte er als Nationalcoach zurück und holte das WM-Ticket mit seinen überwiegend in der heimischen Liga spielenden Akteuren.

Trotz der insgesamt mühsamen Qualifikation sollte man das Team im WM-Turnier keinesfalls unterschätzen. In der Defensive ragt Abwehrchef Gilberto Martínez (Brescia Calcio) heraus. Hinzu kommt im Mittelfeld die Kampfkraft eines Walter Centeno. Besondere Hoffnungen ruhen jedoch auf der Torgefährlichkeit des großen Stars im Team, Paulo Wanchope. Für den 29-jährigen Stürmer, der schon bei Manchester City unter Vertrag stand und nun in Katar spielt, wird es das letzte WM-Turnier. Und er wird entschlossen sein, mit ähnlich starken Leistungen wie die Asse 1990 in Italien seinen Abschied zu nehmen.

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