«Wie leere Hände»: KSC-Hoffnungen schwinden  

«Wie leere Hände»: KSC-Hoffnungen schwinden  
«Wie leere Hände»: KSC-Hoffnungen schwinden  
Der Karlsruher Maik Franz sitzt nach Spielende auf dem Rasen.

Karlsruhe (dpa) – Gezeichnet vom torlosen Gruselkick gegen die Cottbuser Minimalisten umklammerte Karlsruhes Manager Rolf Dohmen seine Bierflasche, als wäre sie der letzte Strohhalm im Bundesliga-Abstiegskampf.

«Wieso sollen wir nicht die letzten vier Spiele gewinnen?», fragte der 57-Jährige – und musste selbst schmunzeln. Mit dem zehnten Rückrunden-Spiel ohne Torerfolg hatte der Tabellenletzte schon die Antwort gegeben. «Jetzt wird es immer schwerer», befand KSC-Trainer Edmund Becker ernüchtert. Energie-Coach Bojan Prasnikar fühlte sich nach dem 0:0 hingegen fast wie ein Sieger. «Für uns ist das sicher ein Erfolg, auch weil wir den Abstand auf Karlsruhe gewahrt haben», erklärte der Slowene.

Vier Zähler haben die Badener weiterhin Rückstand auf den Tabellen-15. aus der Lausitz, der damit immer noch die besten Karten im Vierkampf um den Klassenverbleib hat. «Ein Punkt ist wie leere Hände», meinte KSC-Sportchef Dohmen. Trotz klarer Überlegenheit und 23:5 Torschüssen hatten es die Hausherren vor 27 311 Zuschauern im Wildparkstadion versäumt, mit einem Erfolg nach zwei Monaten den letzten Platz zu verlassen und auch den Druck auf die Rivalen aus Mönchengladbach und Bielefeld zu erhöhen. «Wir kommen keinen Schritt voran, das zehrt einfach», bekannte Coach Becker nach dem sechsten Heimspiel ohne Sieg hintereinander.

Vor allem beim Torabschluss hatten die übernervösen Gastgeber der enormen Belastung in der zum «Abstiegsfinale» ausgerufenen Partie nicht standgehalten. «Ich hätte das Loch gar nicht tief genug buddeln können, um darin zu versinken», gestand Giovanni Federico, der in der 63. Minute aus acht Metern über das leere Tor geschossen hatte. «Der letzte unbedingte Wille, die Kiste zu machen, fehlt einfach», wetterte Dohmen über seine Torlos-Truppe, die mit nur 21 Treffern in 30 Spielen die schwächste Offensive der Liga stellt.

Mindestens acht Punkte benötige der KSC aus den verbleibenden vier Partien, um wenigstens die Relegation zu erreichen, rechnete der Manager vor. Ausgerechnet bei den zuletzt sechsmal in Serie siegreichen Dortmundern soll der Schlussspurt zum Happy End am kommenden Samstag beginnen. «Auch wenn die Köpfe jetzt sehr tief hängen, muss es weitergehen», forderte Kapitän Maik Franz, dessen Startelf-Comeback nach einem halben Jahr auch nicht den erhofften Schub brachte. «So lange es noch rechnerisch möglich ist, glauben wir alle daran», versprach Torwart Markus Miller.

Die Cottbuser, die mit Zerstörer-Fußball einmal mehr ihren Ruf als Spaßbremsen unterstrichen, machten sich dagegen mit breiter Brust auf die Heimreise. «Wir haben wieder Selbstvertrauen bekommen, dass wir zu Null spielen können», erklärte Prasnikar. Sein Team war sechs Tage nach dem 2:0 gegen Spitzenreiter VfL Wolfsburg erneut ohne Gegentor geblieben und hatte den zweiten Auswärtspunkt in diesem Jahr ergattert. «Jetzt können die Bayern kommen», tönte Abwehrspieler Daniel Ziebig voller Vorfreude auf den Auftritt des deutschen Rekordmeisters in Cottbus am Samstag. «Das ist für uns das Spiel des Jahres», sagte Energie-Kapitän Timo Rost.

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