VfB-Präsident schließt Magath-Wechsel nicht aus

VfB-Präsident schließt Magath-Wechsel nicht aus
VfB-Präsident schließt Magath-Wechsel nicht aus
Der Trainer des VfB Stuttgart Felix Magath.

Stuttgart (dpa) – Platz zwei hat Vizemeister VfB Stuttgart nach dem glücklichen 1:1 (1:0) gegen den VfL Bochum so gut wie sicher an den FC Bayern verloren. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass die Münchner den Schwaben auch noch ihren Erfolgsgaranten Felix Magath wegschnappen.

«Ich kann nicht mehr ausschließen, dass er uns verlässt», sagte VfB-Präsident Erwin Staudt der «Stuttgarter Zeitung». Gegenüber der dpa schwächte Staudt dies mit Verweis auf Magaths Vertrag bis Ende Juni 2005 allerdings ab: «Ich hau mich richtig rein und baue ihm Brücken, dass er auch übernächstes Jahr bei uns bleibt.» Der umworbene Teammanager selbst will die seit Wochen kursierenden Gerüchte nicht mehr kommentieren. «Ich sage zum Thema München nichts mehr. Vielleicht nach der Saison…»

Staudt wertete es als Bestätigung für Magaths glänzende Arbeit, dass dieser bei so großen Vereinen im Gespräch sei. Zudem sei klar, dass er nach dem zweiten Platz und der Champions-League-Teilnahme auch Meister und Champions-League-Sieger werden wolle. «Magath hat in den drei Jahren sehr Gutes mit dem VfB erreicht. Man darf ihm nicht verwehren, dass er sich höhere Ziele setzt. Wir wollen ein Teil davon sein», sagte Staudt. Trotz aller Bemühungen ist aber klar, dass der Verein trotz des Vertrags von Magaths Wohlwollen abhängt.

Der Hickhack um Magaths Zukunft war nach Angaben der VfB-Akteure jedoch nicht Schuld an der bescheidenen Vorstellung gegen den frech und forsch attackierenden VfL. «Wir beschäftigen uns mit diesen Spekulationen nicht», versicherte Kevin Kuranyi. Viel eher schienen einige Stuttgarter nach ihren frustrierenden Länderspieleinsätzen unter der Woche körperlich und mental müde zu sein. «Das ist aber keine Entschuldigung», erklärte Nationalverteidiger Philipp Lahm.

Zudem zeigte der Tabellendritte seine alte Schwäche: Statt nach Cacaus 1:0 (31.) locker und leicht aufzuspielen, «haben wir den Vorsprung mehr als Last gesehen und Angst gehabt, ihn zu vergeigen», kritisierte Magath seine Schützlinge. «Nach dem 1:0 haben wir aufgehört Fußball zu spielen», räumte Lahm ein.

Ob die Stuttgarter den Rückschlag wegstecken und angesichts von vier Punkten Rückstand die Bayern nochmals ernsthaft gefährden können, scheint eher unwahrscheinlich. Selbst ein Sieg beim Südschlager gegen die Münchner Mitte Mai im laut Magath «entscheidenden Spiel um Platz zwei» reicht rechnerisch nicht.

Auch wenn die seit zehn Spielen ungeschlagenen Schwaben ihre drei restlichen Begegnungen gewinnen sollten, sind sie auf Schützenhilfe angewiesen. Diese erhoffen sie sich von Werder Bremen bereits am Samstag in München. «Wir dürfen nur an Hamburg denken», forderte Kuranyi volle Konzentration auf den nächsten VfB-Kontrahenten, gegen den er und der ebenfalls Gelb gesperrte Abwehrchef Marcelo Bordon allerdings fehlen.

Während der VfB die direkte Qualifikation für die Königsklasse praktisch abschreiben muss, träumt der VfL trotz des Abrutschens auf Rang fünf von seinem zweiten UEFA-Cup-Einzug. «Das könnte der goldene Punkt gewesen sein», sagte Peter Neururer. Die deutlich besseren Bochumer hätten sogar mehr als den Ausgleich verdient.

«Wer gegen Bremen und Stuttgart so spielt wie wir, der muss erwarten, dass er die nächsten drei Spiele gewinnt», meinte der Trainer. Der überragende Martin Meichelbeck, der sich mit Sonderschichten auf seinen Einsatz vorbereitet und unter Mithilfe von Bordon den Ausgleich (58.) erzielt hatte, erklärte: «Wir setzen alles daran, dass wir wieder die Nummer eins im Revier werden.»

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