Vanenburg neuer Trainer bei 1860 München

Vanenburg neuer Trainer bei 1860 München
Vanenburg neuer Trainer bei 1860 München
Gerald Vanenburg (r) und Karl Auer posieren nach Vanenburgs Präsentation.

München (dpa) – Als Cheftrainer ist er ein absoluter Neuling, bei den «Löwen» aber ein guter, alter Bekannter: Gerald Vanenburg ist nach den unwürdigen Chaos-Tagen beim TSV 1860 München zum großen Hoffnungsträger auserkoren worden.

Der Ex-Profi aus den Niederlanden soll seinen früheren Verein als Trainer nicht nur vor dem drohenden Abstieg aus der Fußball-Bundesliga bewahren. Mit der neuen Identifikationsfigur verknüpfen die von ihren hausgemachten Krisen geschüttelten Sechziger auch die ersehnte Rückkehr zu ruhigeren Zeiten. «Ich habe das Gefühl, dass wir es schaffen können. Das wichtigste sind die fünf Spiele. Jedes Spiel ist ein Finale», sagte Vanenburg bei seiner Präsentation in einem Münchner Hotel.

Im Herbst 2001 war der ehemalige «Löwen»-Libero Vanenburg bereits für wenige Wochen Co-Trainer beim TSV 1860 gewesen, nach ständigem Streit mit seinem Chef Peter Pacult aber Hals über Kopf aus München geflüchtet. Nun kehrte der 40-Jährige als erklärter Heilsbringer in die bayerische Landeshauptstadt zurück. Der Europameister von 1988 wurde bereits am Flughafen von Präsident Karl Auer und Sportdirektor Dirk Dufner mit offenen Armen empfangen.

«Ich bin sehr erleichtert, dass es so problemlos ging. Wir waren uns schnell einig», sagte Auer. Vanenburg unterschrieb zunächst allerdings nur einen Vertrag bis zum Saisonende. Danach solle je nach Erfolg der Kurzzeit-Mission über die Zukunft beraten werden. «Im Fußball hast du Risiken. Das ist so eines, ich mache es gerne», sagte Vanenburg, der sich offenbar eine Nichtabstiegs-Prämie zusichern ließ. Zuletzt hatte er beim niederländischen Ehrendivisionär PSV Einhoven als Jugendtrainer gearbeitet.

Als Nachfolger des äußerst stillos entlassenen Falko Götz ist es Vanenburgs dringlichste Aufgabe, dem Traditionsclub bei seiner ersten Station als Chefcoach den Klassenerhalt zu sichern. Bei fünf noch ausstehenden Partien hat der TSV 1860 als Tabellen-15. nur einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsränge. Dem mehrfachen niederländischen Meister und Europapokalsieger von 1988 wird dabei Reiner Maurer als Assistent zur Seite stehen, der von Götz als Co-Trainer ausgemustert worden war.

Sein Debüt wird Vanenburg ausgerechnet im stets brisanten Münchner Derby gegen den FC Bayern geben. «Normalerweise wäre ein anderer Gegner besser gewesen», gab Vanenburg zu. An das Stadtduell hat der nach Matthias Sammer (Borussia Dortmund) jüngste Bundesliga- Trainer allerdings beste Erinnerungen: Bei seinem letzten Auftritt als Spieler gegen den oft übermächtigen Lokalrivalen konnte der TSV im November 1999 mit 1:0 gewinnen.

Bei seinem ersten Training als Chefcoach an der Grünwalder Straße traf Vanenburg auf viele bekannte Gesichter. Sieben Profis aus dem aktuellen «Löwen»-Kader spielten gemeinsam mit ihrem neuen Trainer in der Bundesliga. Die Kenntnis der Verhältnisse beim TSV gab letztlich trotz der Unerfahrenheit im Trainer-Geschäft den Ausschlag. «Wir haben für Herrn Vanenburg das beste Gefühl gehabt», sagte Auer, der nach dem Rücktritt seines Rivalen Hans Zehetmair weiter nach einem neuen Vize-Präsidenten sucht.

Von 1998 bis Ende 1999 hatte Vanenburg in 43 Bundesliga-Spielen zwei Tore für den TSV 1860 erzielt. Für den Protagonisten der glorreichen niederländischen Ära um Ruud Gullit und Marco van Basten war München letzte Station einer bewegten Karriere, die den 41-maligen Nationalspieler von Ajax Amsterdam über den PSV Eindhoven auch zu Jubilo Iwata (Japan) und zum AS Cannes führte. Besonders mit dem Stand-By-Einsatz als Libero im Herbst 1999, als er den von Verletzungen geplagten «Löwen» schon einmal in der Not half, hat sich Vanenburg in München einen guten Namen gemacht.

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