Unruhe beim 1. FC Köln

Unruhe beim 1. FC Köln
Unruhe beim 1. FC Köln
Albert Caspers blickt auf seine Armbanduhr.

Köln (dpa) – Nach dem feststehenden Abstieg aus der Fußball-Bundesliga kommt der 1. FC Köln nicht zur Ruhe. Die Auseinandersetzung um das Amt von Präsident Albert Caspers, dem der frühere Weltmeister Wolfgang Overath folgen soll, nimmt an Schärfe zu.

Bei einer Sitzung des elfköpfigen Verwaltungsrats des Vereins deutet vieles auf eine Kampfabstimmung innerhalb des Gremiums hin. Helmut Haumann, Vorsitzender des FC-Verwaltungsrats, widersprach dieser öffentlich verbreiteten These. «Von einer Kampfabstimmung gehe ich nicht aus», sagte er der dpa. Er sei mit Caspers und Overath «in sehr guten Gesprächen» und rechne mit einer einvernehmlichen Lösung. «Diese Lösung wird für den Verein optimal sein und das Ansehen von Personen öffentlich nicht schädigen», kündigte Haumann eine Beruhigung der Lage an.

Details zu der anberaumten Sitzung wollte Haumann nicht nennen. Noch offen ist, ob es für eine Wahl eines neuen Präsidenten eine vorgezogene außerordentliche Mitgliederversammlung oder die turnusgemäße geben wird. Der Verwaltungsrat hat für die Wahl des Clubchefs und seiner Stellvertreter das Vorschlagsrecht.

Die Overath-Befürworter wollen sich dafür stark machen, dass der «Berater des Präsidiums» früher als vorgesehen zum Präsidenten des ersten deutschen Bundesliga-Meisters (1964) gewählt werden kann. Gegner Overaths wollen dies augenscheinlich bis zu einer im Oktober oder November möglichen ordentlichen Mitgliederversammlung hinaus zögern.

Weder Caspers noch sein designierter Nachfolger, der frühere Weltmeister Wolfgang Overath, waren für Stellungnahmen zu erreichen. Auch Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma wolle sich in seiner Funktion als Verwaltungsratsmitglied nicht öffentlich äußern, teilte ein Schramma-Sprecher mit.

Hintergrund des Streits ist ein offenkundiger Vorstoß Overaths, Caspers zu einem vorzeitigen Rücktritt zu bewegen. «Ich hoffe, dass sich jetzt alles schnell intern lösen lässt. Wir brauchen vor allem Ruhe im Verein», sagte der 60-jährige Overath dem Kölner «Express».

«Der Präsident ist derzeit am stärksten betroffen. Für ihn und seine Familie ist das eine sehr angespannte, unglückliche Situation», zitierte die «Kölnische Rundschau» einen Freund des 71 Jahre alten Caspers.

Caspers, früherer Vorstands-Vorsitzender der deutschen Ford-Werke AG, ist seit dem 4. Dezember 1997 Präsident des 1. FC Köln. In die Amtszeit von Caspers fallen die Bundesliga-Abstiege der Profi- Mannschaft 1998, 2002 und 2004.

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