Umstrittenes England-Comeback: Rooneys Abschied in Wembley

Umstrittenes England-Comeback: Rooneys Abschied in Wembley
Bildhinweis: Wayne Rooney nimmt Abschied von der englischen Nationalmannschaft. Foto: Martin Rickett/PA Wire

London (dpa) – Die Vorfreude ist groß bei Wayne Rooney. «Noch einmal im Wembley-Stadion einzulaufen ist etwas, auf das ich stolz bin, und das wird ein besonderer Moment», sagte der Rekordtorschütze der englischen Fußball-Nationalmannschaft.

14 Monate nach seinem Rücktritt von den Three Lions gibt Rooney am Donnerstag ein überraschendes Comeback. Im Freundschaftsspiel gegen die USA wird er noch einmal zum Einsatz kommen und dabei seine Abschiedsvorstellung geben. Das hat in seiner Heimat gemischte Reaktionen hervorgerufen.

Britische Medien lobten zwar Rooneys Verdienste im England-Trikot, kritisierten aber, Trainer Gareth Southgate sende damit ein falsches und für ihn untypisches Signal. Statt einem jungen Spieler die Chance auf sein erstes Länderspiel zu geben, dürfe «ein 33-Jähriger mit 119 Einsätzen künstlichen Applaus absahnen», schrieb der «Guardian». Dem altgedienten Profi machte die Zeitung keinen Vorwurf. Schließlich werde mit den Einnahmen seine gemeinnützige Stiftung unterstützt.

Einige vermuten, die Entscheidung sei Southgate vom Fußballverband FA aufgezwungen worden. Zur Erinnerung: der Nationalcoach hatte das Ende von Rooneys internationaler Karriere selbst mit eingeleitet, als er den damaligen formschwachen Kapitän mehrfach nicht in den Kader berief. Für seine Härte wurde Southgate gelobt. Rooneys Rückkehr verteidigte der Trainer nun. «Das ist etwas Besonderes» sagte er, «weil es ein Tribut und eine Anerkennung ist, keine Nominierung.»

Der frühere Nationaltorhüter Peter Shilton findet jedoch genau das unangebracht. «Ich finde nicht, dass man Länderspieleinsätze wie Geschenke vergeben sollte», sagte Shilton, mit 125 England-Spielen der Rekord-Nationalspieler vor Rekord-Feldspieler Rooney. Um seine Bestmarke muss sich Shilton keine Sorgen machen. Rooneys 120. Einsatz wird definitiv sein letzter sein. «Wenn ich Shilton mit diesem Spiel den Rekord nehmen würde, hätte ich niemals zugesagt zu spielen», versicherte Rooney sicherheitshalber.

Rooney, der inzwischen in der US-amerikanischen Major League Soccer für DC United kickt, räumte selbst ein, dass sich dieses Comeback nach 14 Monaten etwas ungewohnt anfühlt. «Am Montag hatte ich meine erste Trainingseinheit, und es war seltsam, zusammen mit den anderen Spielern zu trainieren», gestand der 33-Jährige, der wohl eingewechselt wird nicht über einen Kurzeinsatz hinauskommt.

Bei der Weltmeisterschaft im Sommer schaffte es England – ohne Rooney – mit einer jungen Truppe bis ins Halbfinale und entfachte eine ganz neue Begeisterung für das Nationalteam. Southgate wurde gefeiert. Fußball-England war sich einig, dass der Blick nun wieder optimistisch nach vorn geht und man sogar von einem Titel träumen darf. Rooney aber steht trotz seiner 53 Tore für die Vergangenheit, für das England, das seit 1966 keinen Titel gewinnen konnte.

Sein Rücktritt aus der Nationalelf war daher für beide Seiten die beste Lösung. «Es war die richtige Entscheidung», stellte Rooney klar und gab zu, er habe sich früher oft selbst zu sehr unter Druck gesetzt. «Das macht einen angespannt und man genießt es nicht so, wie man sollte», sagte er. Das werde bei seinem letzten England-Einsatz aber anders. Rooney: «Ich werde das am Donnerstag genießen.»

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