UEFA präsentiert Rekordeinnahmen

UEFA präsentiert Rekordeinnahmen
UEFA präsentiert Rekordeinnahmen
UEFA-Präsident Johansson spricht 2002 bei einer Pressekonferenz in Porto.

Limassol (dpa) – Mit der Präsentation einer Rekordeinnahme und millionenschweren Geschenken für alle Nationalverbände hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) in Limassol ihre Festwoche zum 50. Geburtstag eingeleitet.

Zum Auftakt der dreitägigen Feierlichkeiten auf der Mittelmeerinsel Zypern dokumentierte der Kontinentalverband einmal mehr seine Wirtschaftskraft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr nahm die UEFA 1,37 Milliarden Schweizer Franken (rund 900 Millionen Euro) ein, mehr als je zuvor und rund 140 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Der Reingewinn liegt bei rund 90 Millionen Euro.

«Die UEFA macht Fortschritte auf einer Grundlage, die solider nicht sein könnte», kommentierte UEFA-Präsident Lennart Johansson das Ergebnis. Und auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder, war nach der Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees zufrieden. «Die Finanzen sehen wirklich gut aus», sagte der 71-Jährige, der beim Kongress als Favorit für eine Wiederwahl ins höchste UEFA-Gremium gilt.

Als Konsequenz der sprudelnden Gewinne bewilligte die Exekutive jedem der 52 Nationalverbände Sonderausschüttungen von fünf Millionen Euro, die gestaffelt in vier Jahresraten ausgezahlt werden sollen. Allerdings sind die Gelder projektbezogen und vor allem für die Nachwuchsarbeit bestimmt. Auch der DFB erhält 2,7 Millionen Euro für die Talentförderung, 1,6 Millionen Euro für neue Investitionen und 700 000 Euro für Kleinfeld-Projekte.

Die Zeit der fetten Jahre scheinen aber wohl auch für die UEFA vorbei. Für das kommende Geschäftsjahr prognostiziert der Kontinentalverband einen Einnahmerückgang auf rund 730 Millionen Euro, der Nettogewinn soll «nur» noch gut 30 Millionen Euro betragen. Dies hat zwei Gründe: In der Champions League sind durch das in der kommenden Saison in Kraft tretende neue Format – die Zwischenrunde wird gestrichen – finanzielle Steigerungen zumindest in naher Zukunft nicht mehr möglich. Zudem hat die UEFA nach eigener Darstellung den Reinerlös aus der bevorstehenden Europameisterschaft in Portugal mit knapp sieben Millionen Euro «sehr zurückhaltend» prognostiziert.

Keinerlei Zurückhaltung hingegen will die UEFA im Streit mit den europäischen Großvereinen üben. Nachdem die so genannte G14 den Weltverband FIFA bei der Schweizer Wettbewerbskommission angezeigt hat, beschloss die UEFA den Schulterschluss mit seiner Dachorganisation. Eine Arbeitsgruppe, in der Mayer-Vorfelder mitwirken will, soll ein gemeinsames Vorgehen von FIFA und UEFA ausarbeiten und Gespräche mit den nationalen Ligen aufnehmen. Direkte Verhandlungen mit den 18 Vereinen der G14, zu den auch Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen zählt, lehnen UEFA und FIFA weiterhin kategorisch ab.

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