Timo Werner ist «Kernkraft 400» egal

Timo Werner ist «Kernkraft 400» egal
Bildhinweis: DFB-Stürmer Timo Werner (r) und Torwart Manuel Neuer (l) bei der Pressekonferenz in Hamburg. Foto: Christian Charisius

Hamburg (dpa) – Als Timo Werner die Melodie des neuen Tor-Jingles der Fußball-Nationalmannschaft vorgespielt wurde, blieb der zur Bestform zurückgekehrte Leipziger völlig ungerührt.

«Das ist was Neues», sagte der 23-Jährige im engen Medienraum des FC St. Pauli ziemlich emotionslos. Mehr Adrenalinschübe als die vom Band eingespielte Musik, lösen bei Werner nämlich seine Treffer aus.

«Man ist, wenn man ein Tor erzielt, nicht darauf bedacht, stehen zu bleiben und dem Jingle zuzuhören. Mir geht es so, dass ich das gar nicht mitbekomme», erzählte der nach seiner vieldiskutierten Vertragsverlängerung beim Bundesliga-Spitzenreiter RB Leipzig glänzend in die Saison gestartete Top-Torjäger.

Natürlich will Werner alles dafür tun, dass am Freitag in der EM-Qualifikation gegen die Niederlande (20.45 Uhr/RTL) der von den Fans gewählte Song «Kernkraft 400» von Zombie Nation möglichst oft im Hamburger Volksparkstadion ertönt. Nach Monaten der unerklärlichen Formschwankungen und öffentlichen Zukunftsdiskussionen um einen möglichen Wechsel zum FC Bayern München hat Werner wieder Stabilität und Selbstvertrauen gefunden, was ihm auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff erfreut attestierte. Mit fünf Toren ist Werner der erfolgreichste deutsche Angreifer nach drei Bundesliga-Spieltagen.

«Es ist natürlich so, dass es dich als Spieler beschäftigt, wenn du nicht weißt, wo geht es hin, wie sehen die Perspektiven aus», sagte Bierhoff über den Schwebezustand Werners in den vergangenen Monaten. «Timo tut es gut, in gewohntem Ambiente weiter zu reifen.»

Die Debatte über den Zusammenhang zwischen neuem Vertrag und Toreffizienz mag Werner mittlerweile nicht mehr hören. «Ich freue mich, dass es so gut klappt. Wer die Zusammenhänge sehen will, kann sie sehen. Wenn ich auf dem Platz stehe, will ich mein Bestes geben» sagte Werner. «Das hat mich vorher nicht beirrt und jetzt auch nicht besonders beflügelt», versicherte Werner.

Den in diesem Jahr verlorenen Stammplatz im Nationaltrikot will er nun jedenfalls zurück. «Die Situation ist unglücklicherweise, dass Leroy Sané verletzt ist und ein Platz frei ist. Natürlich habe ich den Anspruch, die Leistung wieder zu bringen. Dass ich das kann, so viel traue ich mir zu», sagte Werner.

Noch im Juni durfte er nur 25 Minuten gegen Estland ran. Das reichte beim deutschen 8:0 aber nur noch zu seinem bislang einzigen DFB-Tor 2019. Der Treffer habe dennoch «gut getan», gestand Werner. Getroffen hatte er auch bei seinem letzten DFB-Starteinsatz beim 2:2 gegen die Niederlande im November 2018. Bierhoff erinnerte genau an dieses Tor, als er Werner in seiner Liste möglicher Sané-Ersetzer an erster Stelle nannte.

Ausgerechnet ein Münchner freut sich ebenfalls über die wieder erreichte Topform des Leipzigers. «Für die Nationalmannschaft ist es super, dass Timo gut drauf ist», sagte Kapitän Manuel Neuer. Nach dem Doppelspieltag im Deutschland-Trikot gegen Holland und Nordirland kann es aus dessen Sicht mit der Werner-Herrlichkeit aber auch wieder vorbei sein. Nach der Länderspielpause treten die Bayern zum Bundesliga-Topspiel in Leipzig an. «Da kann er sich ein bisschen rausnehmen», sagte Neuer lächelnd zum neben ihm sitzenden Werner.

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