Stuttgart: «Maestro» Trapattoni da – Hleb weg

Stuttgart: «Maestro» Trapattoni da – Hleb weg
Stuttgart: «Maestro» Trapattoni da - Hleb weg
Giovanni Trapattoni (m) gibt in Stuttgart zum Trainingsauftakt Anweisungen.

Stuttgart (dpa) – Der Transferpoker um Spielmacher Alexander Hleb ist nach langem Hick-Hack doch noch schnell über die Bühne gegangen. Der weißrussische Nationalspieler wechselt vom VfB Stuttgart zum britischen Renommierclub FC Arsenal London.

Neun Stunden nach Giovanni Trapattonis erstem offiziellem Arbeitstag als VfB-Trainer, teilte der schwäbische Fußball-Bundesligist den Verkauf Hlebs mit. Er sei froh, «dass die lange Zeit der Spekulationen jetzt beendet ist. Alex wollte den Wechsel zu Arsenal unbedingt vollziehen», sagte VfB- Sportdirektor Herbert Briem.

Schätzungsweise 15 Millionen Euro muss der britische Premier-Club für Hleb auf den Tisch blättern. Der 24-Jährige stand beim VfB noch bis 2008 unter Vertrag. Einschließlich des Verkaufs von Nationalspieler Kevin Kuranyi zum Liga-Konkurrenten FC Schalke 04 kassierten die Schwaben etwa 23 Millionen Euro für zwei ihrer begehrtesten «jungen Wilden». Allerdings müssen die Stuttgarter nun schleunigst Ersatz für Hleb und Kuranyi finden, auch wenn Briem immer wieder betont, der Verein überstürze bei der Suche nichts. Für beide Positionen sind seit langem eine Reihe von Kandidaten im Gespräch, da auch der Abgang des Weißrussen trotz ständiger Dementis seit langem praktisch festgestanden war.

Der VfB-Manager hatte Arsenal London mit seiner Ankündigung, wenn Hleb nach Ablauf seiner Sonderferien zum Training erscheine, sei kein Wechsel mehr möglich, mächtig unter Druck gesetzt. Daraufhin erhöhte Arsenal offensichtlich sein Angebot. «Wir hatten bestimmte Vorstellungen, um diesem Wechsel zustimmen zu können. Diese Bedingungen wurden jetzt erfüllt», sagte Briem. Er bedauere zwar den Abgang Hlebs, sehe darin aber auch neue Chancen für den VfB, da dieser Transfer neue Perspektiven eröffne. «Wir werden in den kommenden Tagen die entsprechenden Entscheidungen treffen und am ersten Bundesligaspieltag eine absolut schlagkräftige Mannschaft ins Rennen schicken», versprach er. Kein Thema ist die Verpflichtung von Weltstar Luis Figo als Hleb-Ersatz. «Ich denke, er bleibt bei Real Madrid», sagte Trainer Giovanni Trapattoni.

Mit Szenenapplaus und «Maestro»-Rufen hatte am Vormittag die Ära Trapattoni beim VfB begonnen. Gestenreich dirigierte der Italiener vor 2000 Zuschauern das Auftakttraining. Ohne die Nationalspieler Andreas Hinkel, Timo Hildebrand und Thomas Hitzlsperger, die nach ihrem Einsatz beim Confederations Cup erst am 13. Juli beim Trainingslager in Irdning (Österreich) zum Team stoßen, versammelte der italienische Startrainer 21 Akteure zur ersten Übungseinheit. Unter ihnen befanden sich die Neuzugänge Ludovic Magnin (Werder Bremen) und Daniel Bierofka (Bayer 04 Leverkusen). «Es ist für mich eine Herausforderung, unter so einem großen Trainer zu arbeiten», sagte Magnin vor neun Kamerateams und zahlreichen Journalisten aus dem In- und Ausland.

Der 66 Jahre alte Trapattoni gönnte sich trotz schwüler Hitze bei keiner der ausgedehnten Laufeinheiten oder den Gymnastikübungen eine Pause, sondern ging mit gutem Beispiel voran. Dies registrierte die schwäbische Volksseele zufrieden. Fast schon väterlich fühlte der «Maestro» einigen Spielern höchstpersönlich den Puls. «Er kann schon recht gut Deutsch und hat gesagt, er sei froh, in Stuttgart zu sein», berichtete Mittelfeldspieler Silvio Meißner.

Unterstützt wird Trapattoni von einem sechs Personen umfassenden Stab. Der neue Co-Trainer Andreas Brehme half beim Dolmetschen. Das von Trapattoni ausgegebene Saisonziel («Platz fünf oder ein bisschen besser») wurde von Brehme nach oben geschraubt. «Ein Giovanni Trapattoni gibt sich nicht mit einem siebten Platz zufrieden. Seine Ziele sind immer die Meisterschaft», sagte der Assistent, der im April in Unterhaching als Trainer zurückgetreten war.

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