Streit um VfB-Spieler Bordon eskaliert

Streit um VfB-Spieler Bordon eskaliert
Streit um VfB-Spieler Bordon eskaliert
Marcelo Bordon auf dem Sprung nach Schalke.

Gelsenkirchen/Stuttgart (dpa) – Der Streit um den Wechselzeitpunkt von Marcelo Bordon vom VfB Stuttgart zum Liga-Konkurrenten FC Schalke 04 steht vor der Eskalation. Schalke-Manager Assauer schießt scharf gegen Magath.

VfB-Teammanager Felix Magath hatte ein anberaumtes Treffen kurzfristig abgesagt. In einem Stuttgarter Hotel sollte über einen Transfer des brasilianischen Abwehrchefs bereits im Sommer und die damit verbundene Ablösesumme verhandelt werden. Dass Magath den Termin platzen ließ, brachte Rudi Assauer in Rage.

«Es ist eine Frage des Anstands. Von einem Felix Magath und einem VfB Stuttgart lasse ich mir das nicht bieten», sagte Assauer der dpa. Und: «Was erlaubt sich ein Felix Magath eigentlich?» Schalke habe sich ordnungsgemäß verhalten. Assauer berief sich darauf, dass der Termin mit Magath fest abgesprochen gewesen sei. Sollte sich Magath jetzt öffentlich anders äußern, «werde ich ihn auseinander nehmen», kündigte Assauer verärgert an.

«Felix, bist Du jetzt völlig neben der Kappe?», will der Schalke-Manager den VfB-Teammanager in einem der Absage folgenden Telefonat gefragt haben. Assauer, Sportmanager Andreas Müller und Vorstands-Mitglied Josef Schnusenberg waren von einem Testspiel der Schalker am Ostersonntag in Peiting mit dem Auto nach Stuttgart gefahren und bekamen dort die Auskunft, dass Magath keine Zeit habe.

«Nach unserer Ankunft in Stuttgart bekamen wir von einem VfB-Angestellten per Telefon lapidar mitgeteilt, dass das Treffen ausfallen müsse», sagte Assauer der «Bild»-Zeitung. Assauer: «Sollte das eine Retourkutsche sein?» Er sprach von «miesem Stil» und will sich beim VfB-Vorstand schriftlich beschweren. Magath begründete die Absage mit wichtigen Terminen, die dazwischen gekommen seien. «Außerdem fand ich es unfair von Assauer, mit so einem Thema vor einem Spiel hausieren zu gehen. Das ist nicht die feine Art.» Assauer hatte vor der Stuttgarter Punktspiel beim SC Freiburg (1:0) erklärt, dass er sich mit Bordon über einen vorzeitigen Wechsel einig sei.

Der 28-Jährige hat bereits einen Vierjahresvertrag bei Schalke unterschrieben, der nach Ablauf seines Kontrakts beim VfB im Sommer 2005 gültig wird. Ein früherer Transfer scheint aber trotz einer möglichen Millionen-Ablöse inzwischen vom Tisch. «Ich will in die Champions League – dafür brauchen wir eine starke Truppe. Wenn wir 15 Millionen Euro in den Sand setzen, weil wir Marcelo für schlappe fünf Millionen verkauft haben, reißen uns alle den Kopf herunter», sagte Magath den «Stuttgarter Nachrichten».

Assauer hat nach eigenen Angaben lange mit Bordon telefoniert. «Er hat mir gesagt, Manager, ich will hier weg», schilderte der Schalke-Manager einen Teil des Gesprächsinhalts. Bordon habe auf das geplatzte Gespräch zwischen den Gelsenkirchenern und dem VfB «unheimlich enttäuscht» reagiert, sagte Assauer weiter.

Das Verhältnis zwischen Magath und Assauer ist seit dem Frühjahr 2003 gespannt. Die beiden hatten über eine Tätigkeit Magaths bei Schalke verhandelt, ehe der 50-Jährige dann doch seinen Vertrag beim VfB bis 2005 verlängerte. Nachdem es Assauer nicht gelungen war, die Nationalspieler Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel in den Ruhrpott zu holen, hatte er im Falle von Bordon im dritten Anlauf Erfolg.

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