Strasser entlastet FCK-Trio

Strasser entlastet FCK-Trio
Strasser entlastet FCK-Trio
Jeff Strasser (r.) versucht sich bei einem Bundesligaspiel gegen Ebbe Sand durchzusetzen.

Kaiserslautern (dpa) – Fußball-Profi Jeff Strasser hat das vor dem Landgericht Kaiserslautern angeklagte ehemalige Führungstrio des 1. FC Kaiserslautern entlastet. Wie der als Zeuge geladene Luxemburger erklärte, habe es während seiner Zeit als FCK-Profi keine Zahlungen über Dritte an ihn gegeben.

Strasser steht zur Zeit bei Lauterns Liga-Konkurrenten Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. Gegen den Mittelfeldspieler läuft allerdings in gleicher Sache noch ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung bei der Staatsanwaltschaft Zweibrücken. Strasser machte deshalb weitgehend von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch.

Die Anklage wirft dem ehemaligen FCK-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Friedrich, dessen damaligem Vorstandskollegen Gerhard Herzog und dem früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Robert Wieschemann vor, über Verträge mit Dritten verschleierte Gehaltszahlungen an fünf ehemalige FCK-Profis geleistet zu haben.

Auch der ehemalige Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, Christian Hochstätter, erklärte als Zeuge, bei der Verpflichtung Strassers nach dessen FCK-Engagement seien Persönlichkeitsrechte kein Thema gewesen. Dies gelte im übrigen für alle Verpflichtungen von Gladbach während seiner Zeit als Sportdirektor bei diesem Verein.

«Wir haben bei Gladbach nie über Persönlichkeitsrechte gesprochen», betonte Hochstätter. Es sei auch nicht vorgekommen, dass ein ausländischer Spieler bei Verhandlungen erklärte, er habe seine Persönlichkeitsrechte schon an Dritte verkauft. Den Aussagen der Angeklagten zufolge ist eben dieser Verkauf bei ausländischen Spielern gang und gäbe.

Zuvor hatte ein Ermittlungsrichter als Zeuge die Vernehmung des ehemaligen FCK-Profis Taribo West geschildert. West habe erklärt, in den Verhandlungen mit dem FCK sei es immer nur darum gegangen, wie viel Geld er am Ende bekommt. West habe eine Summe im Millionenbereich genannt. Wie der FCK diese dann an ihn zahlte, sei – so West – das Problem der FCK-Führung gewesen. Die Vernehmung des Ermittlungsrichters war notwendig, weil West aller Voraussicht nach nicht selbst als Zeuge vor Gericht erscheinen wird.

Alle ehemaligen ausländischen FCK-Profis, die derzeit nicht in Deutschland spielen, können nicht zum Erscheinen vor einem deutschen Gericht gezwungen werden. Mit Sicherheit als Zeugen vernommen werden aus dem Profibereich nur Ciriaco Sforza vom 1. FC Kaiserslautern und Schalkes brasilianischer Mittelfeldstar Lincoln. Der Termin für deren Auftritt vor Gericht ist noch nicht festgelegt.

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