Stevens verzweifelt am Leichtsinn

Stevens verzweifelt am Leichtsinn
Stevens verzweifelt am Leichtsinn
Huub Stevens (r) und sein Edmund Becker schütteln sich die Hände.

Köln (dpa) – Der Leichtsinn, mit dem die Fußball-Profis des 1. FC Köln die mögliche Rückkehr an die Zweitliga-Tabellenspitze verschenkten, offenbarte bei den Hauptverantwortlichen des Meisterschaftsfavoriten Frust und Unzufriedenheit.

«Das war nicht erstligareif», kommentierte Vereinspräsident Wolfgang Overath das magere 2:2 (0:1) gegen den vom Abstieg bedrohten Karlsruher SC. «Ich dachte, wir wären schon weiter», sagte der Weltmeister von 1974. Für Trainer Huub Stevens war die Darbietung seiner Elf ein Rätsel: «Wenn man so anfängt, wie wir angefangen haben, dann verstehe ich nicht, warum wir da oben stehen.»

Mit ironischem Unterton setzte der Niederländer trotz des Remis und der kaum überzeugenden spielerischen Leistung auf einen positiven Effekt. Er hofft, «dass unsere Spieler mal wieder etwas gelernt haben». Anlass hierzu gab es genug, schon das 0:1 durch Ioannis Masmanidis (6. Minute) machte grobe Fahrlässigkeit der FC-Abwehr offenbar. Ein Eigentor das Brasilianers Bilica (48.) war vor 28 200 Zuschauern im RheinEnergieStadion negativer Höhepunkt der FC- Leistung. Wenigstens retteten Christian Springer (47.) und Marius Ebbers (52.) das 2:2.

«Wenn man so leichtsinnig mit Situationen umgeht wie einige unserer Spieler, dann frage ich mich, was muss man noch in die Köpfe bekommen, um da oben zu bleiben», kritisierte Stevens. Dass er sich mit Mittelfeld-Antreiber Albert Streit wegen dessen Auswechslung (78.) anlegte, passte ins Bild: «Ich habe ihm gesagt, dass er nicht der Torschützenkönig ist.» In Thomas Bröker brachte Stevens einen Stürmer, dem aber das ersehnte Siegtor auch nicht mehr gelang.

Streits abfällige Handbewegungen und auch die Mimik, die er beim Gang in die Kabine offenbarte, passten in das wenig konstruktive Bild, das die Kölner boten. «Vor allem in den ersten 45 Minuten haben wir das vergeigt», übte Abwehr-Organisator Kostas Konstantinidis Selbstkritik. «Andere Mannschaften verlieren so ein Spiel 2:3», fand FC-Manager Andreas Rettig trotz allem noch etwas Positives.

Dennoch war auch er enttäuscht darüber, dass die Kölner Profis den 13 Treffern gegen Burghausen und Cottbus nicht erneut ein Tore- Festival folgen ließen und die «Vorlagen» der Aufstiegs-Mitbewerber Duisburg (0:1 in Essen), Fürth (3:3 gegen Trier) und Aachen (2:3 gegen Unterhaching) nicht besser nutzen konnten. Für den neuen KSC- Trainer Edmund Becker, in dessen Amtszeit nur eines von vier Spielen verloren ging, war das Remis noch nicht einmal optimal: «Wir haben unser Minimalziel erreicht.» Mehr Cleverness des KSC – das Kölner Erwachen wäre ganz bitter geworden.

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