Sponsoren wollen Manager in Cottbus kippen

Sponsoren wollen Manager in Cottbus kippen
Sponsoren wollen Manager in Cottbus kippen
Klaus Stabach steht 1999 im Stadion der Freundschaft in Cottbus.

Cottbus (dpa) – In der 2. Bundesliga lassen die Geldgeber kräftig die Muskeln spielen. Nachdem beim Karlsruher SC Sponsor EnBW den von der Vereinsführung zunächst verpflichteten Trainer Fanz verhindert hat, wollen die Sponsoren nun bei Cottbus um jeden Preis Manager Klaus Stabach stürzen.

Cottbus-Sponsoren hatten schon die Beurlaubung von Trainer- Denkmal Eduard Geyer mit voran getrieben. Verwaltungsrats- Mitglied Dieter Friese überbrachte die eindeutige Botschaft der Sponsoren: «Jetzt werfen wir unserem guten Geld kein weiteres hinterher.» Es sei denn, «Herr Stabach hat ab sofort keine Verantwortung mehr».

Für diesen Fall hätten die Energie-Unternehmen enviaM und Vattenfall sowie ein Kreditgeber bereits ein Hilfspaket geschnürt, womit eine «finanzielle Gesundung nachhaltig» möglich sei, verriet Friese. Den FC Energie plagen derzeit Liquiditäts-Probleme, eine höhere sechsstellige Summe soll im Etat fehlen. Die Leistungsträger Michael Thurk (Mainz) und Laurentiu-Aurelian Reghecampf (Aachen) wurden für 750 000 Euro verkauft. Alle Spieler bekommen seit Oktober vergangenen Jahres nur noch 70 Prozent ihrer Gehälter, die Verbindlichkeiten des Vereins sollen angeblich 5,5 Millionen Euro betragen.

Aber so genau weiß das in Cottbus derzeit offenbar niemand. Der Verwaltungsrat als Kontrollgremium jedenfalls erklärte, man könne nicht einschätzen, «wie die wirtschaftliche Situation des Vereins ist». Allerdings spricht das Gremium dem Geschäftsführer und Manager Stabach, als Spieler und Funktionär schon seit 1963 beim Lausitzer Verein, die «betriebswirtschaftliche Kompetenz» ab. Stabach war nach einer Krisensitzung fast schon beurlaubt, doch das Präsidium mit Dieter Krein an der Spitze wehrt sich noch einmal.

«Karlsruher Verhältnisse wird es bei uns nicht geben», sagte der 63-jährige Krein, der im Männerverbund mit Stabach (64) und Geyer (60) den Cottbuser Club nach der Wende von der Bedeutungslosigkeit bis in die 1. Liga geführt hatte. Die Methoden und Umgangsformen des Trios waren schon in vergangenen Zeiten oft umstritten, doch die Erfolge gefielen der ganzen Region – und auch den Geldgebern. Das kleine Cottbus am Ostrand des großen Deutschlands war durch den Fußball über Jahre in aller Munde.

Diese Zeit ist vorbei, Energie droht der sportliche Absturz ins Amateurlager. Die Opposition will einen Neubeginn, bei dem die alten Kräfte nicht gewünscht sind. «Das ist ein Witz. Wir haben vor 40 Jahren hier die Trümmer weggeräumt. Und jetzt kommen Leute, die wollen dir was sagen und dich entlassen, die wissen nicht mal, dass der Ball rund ist», sagte Stabach, der erst im September in Rente gehen will. Jetzt, so der Manager, würde er das Feld freiwillig nicht räumen. Der Machtkampf spitzt sich zu.