Wolfsburgs Labbadia will bei Europacup-Chance zugreifen

Wolfsburgs Labbadia will bei Europacup-Chance zugreifen
Wolfsburgs Labbadia will bei Europacup-Chance zugreifen
Die Wolfsburger feiern Yannick Gerhardts Tor zum 1:0. Foto: Federico Gambarini

Mönchengladbach (dpa) – Die Mönchengladbacher Profis schlichen mit verkniffenen Gesichtern in die Kabine. Aus dem gegenüber liegenden Umkleidetrakt gab es laute Wolfsburger Freudenschreie – kein Wunder:

Nach dem 3:0 (1:0)-Auswärtserfolg der Niedersachsen winkt dem Abstiegs-Relegationsteilnehmer der vergangenen beiden Spielzeiten die Teilnahme am Fußball-Europapokal.

«Wenn wir ’ne Chance haben, werden wir zugreifen», ließ sich VfL-Trainer Bruno Labbadia entlocken. 38 Punkte hat sein Team nach dem 23. Spieltag, der Rückstand auf die Plätze drei und vier wird geringer. Eine Drucksituation indes soll auf keinen Fall aufkommen, Labbadia will in der restlichen Saison nur eines tun: «Wir schauen einfach, was kommt.»

Mit dieser Gelassenheit und einer exzellenten Auswärtsbilanz von 23 Zählern entwickelt sich Erstaunliches bei den Niedersachsen, die unter dem Duo Labbadia und Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke mittlerweile wieder ein Gegner geworden sind, den jeder Konkurrent mehr als ernst nehmen muss.

Die Borussen waren gewarnt. Doch den 100. Auswärtssieg in der Wolfsburger Erstligahistorie konnten sie vor allem deshalb nicht verhindern, weil sie vor 48.041 Zuschauern in den ersten 45 Minuten zwei Großchancen nicht verwerteten. Florian Neuhaus traf nur die Oberkante der Querlatte (26.), 60 Sekunden später verhinderte Robin Knoche mit dem Kopf gegen den völlig frei stehenden Neuhaus einen Treffer.

Und das sollte sich später für die Borussia rächen. Yannick Gerhardt (38.) stolperte das Spielgerät irgendwie ins Tor. Nach der Pause legte der eingewechselte Schweizer Admir Mehmedi mit einem Doppelpack (68./83.) nach. «Die Mannschaft präsentiert sich super geschlossen. Aber wir wissen, wo wir die letzten zwei Jahre herkommen», bemerkte Knoche auf die Frage, wie es sich denn nun mit einem Start im Europacup verhält.

Die Mönchengladbacher Elf des früheren VfL-Trainers Dieter Hecking dagegen gerät in eine Ergebniskrise. Die hohe Niederlage war die zweite im Borussia-Park nacheinander nach dem 0:3 gegen Hertha BSC und die dritte Partie in Serie ohne Sieg. «Abschütteln» – so lautet die Hecking-Empfehlung vor dem Duell am Samstag (18.30 Uhr) gegen Rekordmeister Bayern München.

«Nicht schlecht gespielt, aber verloren», hielt Hecking in seiner Analyse fest. Dem Team machte er kaum Vorwürfe, hielt aber fest, dass das zweite und dritte Gegentor nicht hätten fallen dürfen. Doch weil zuerst Nico Elvedi und dann Oscar Wendt zweimal kleine Blackouts hatten, wurde die Gladbacher Defensive durch den erst kurz vor seinem 2:0 eingewechselten Schweizer Mehmedi bestraft. Die Elf vom Niederrhein ist zwar noch Tabellendritter (43 Punkte), kann aber am Montag von RB Leipzig (41) überholt werden.

Details zum Spiel auf der DFL-Website

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