Party ohne Südtribüne: BVB feiert 3:0-Gala gegen Wolfsburg

Party ohne Südtribüne: BVB feiert 3:0-Gala gegen Wolfsburg
Party ohne Südtribüne: BVB feiert 3:0-Gala gegen Wolfsburg
Die Dortmunder Borussen jubeln. Auch ohne die Gelbe Wand bestimmten sie das Spiel gegen Wolfsburg nach Belieben. Foto: Ina Fassbender

Dortmund (dpa) – Auch ohne die Fans von der Südtribüne herrschte glänzende Stimmung. Mit minutenlanger La Ola und euphorischen Sprechchören feierte der Dortmunder Anhang bei der 3:0 (1:0)-Gala gegen den VfL Wolfsburg die Mannschaft.

Der Frust über die Strafe des DFB, der nach den Vorfällen im vergangenen Heimspiel gegen RB Leipzig die Sperrung der kultigen Gelben Wand angeordnet hatte, schien beim Fußball-Bundesligisten mit einem Mal verfolgen.

«Die Mannschaft hat sich nicht davon beeindrucken lassen», schwärmte Thomas Tuchel. Doch der Dank des Dortmunder Trainers galt nicht nur seinen Profis, sondern auch den Fans im Stadion: «Der Funke ist übergesprungen. Alle haben sich ins Zeug gelegt, um die bestmögliche Stimmung zu schaffen.» Gleichwohl beschlich auch Tuchel beim Anblick der leeren Gelben Wand ein «komisches Gefühl»: «Das müssen wir nicht noch einmal haben. Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn die Süd beim nächsten Mal wieder rappelvoll ist.»

Nicht nur die Aufforderung von Stadionsprecher Norbert Dickel an die Zuschauer, die Mannschaft aufgrund der besonderen Situation diesmal besonders zu unterstützen, zeigte Wirkung. Auch der couragierte Auftritt des Teams trug dazu bei, dass der Support diesmal auch von den anderen Tribünen kam. Nach zuletzt zwei Niederlagen gegen Darmstadt (1:2) und Lissabon (0:1) spielte der BVB groß auf. Jeffrey Bruma (20./Eigentor), Lukasz Piszczek (48.) und Ousmane Dembélé (59.) sorgten vor 56 906 Zuschauern für den verdienten Sieg. «Das war wichtig, dass wir nach der vergebenen Chance in Lissabon diese Reaktion gezeigt haben», befand Torschütze Piszczek.

Der polnische Außenverteidiger trug mit einer starken Leistung in besonderem Maße zum hochverdienten Sieg der Borussia bei. Das 1:0 bereitete er vor, beim 2:0 traf er zum bereits fünften Mal in dieser Saison. Der sehenswerte Auftritt des Routiniers war Fußball-Lehrer Tuchel ein Sonderlob wert: «Es ist ein großes Geschenk, ihn in unserem Team zu haben. Er ist ein Vorbild und verkörpert all das, was für den BVB stehen soll.»

Dagegen traten die Wolfsburger in Dortmund wie ein Abstiegskandidat auf und entgingen nur mit viel Glück einer deutlich höheren Niederlage. Die Chance, nach dem ermutigenden Erfolg über Hoffenheim einen weiteren Schritt aus der Gefahrenzone zu machen, wurde in bedenklicher Manier verspielt. «Wir haben viel zu wenig getan, um den BVB in Bedrängnis zu bringen», klagte Trainer Valérien Ismael, «man hat gesehen, in welchen Tabellenregionen sich die Dortmunder und in welchen Regionen wir uns bewegen.»

Zumindest ein Wolfsburger kam ein wenig auf seine Kosten. Schon vor dem Spiel wurde der einstige Dortmunder Jakub Blaszczykowski, der bei den BVB-Fans Kultstatus genießt, von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc unter dem Applaus der Zuschauer verabschiedet. Doch so richtig emotional wurde es für den in der 75. Minute eingewechselten Polen erst nach dem Schlusspfiff. Bei seiner umjubelten Ehrenrunde durch das Stadion traten selbst die BVB-Profis ehrfurchtsvoll zurück und überließen ihrem einstigen Weggefährten die große Bühne. Auch sein Kommentar zur leeren Südtribüne dürfte ihn in der Gunst der BVB-Fans noch eine Stufe höher befördert haben: «Fußball ohne Fans ist kein Fußball.»

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